Football-Talent Michael Sam: Gratulationen zum Coming Out

Positive Reaktionen gibt es zum Coming Out von Michael Sam, einem der talentiertesten College-Footballer der USA. Der 23-Jährige, der vor dem Sprung in die Profiliga NFL steht, hat am Wochenende in zwei Interviews bekannt gegeben, schwul zu sein.

Lob für dieses Outing kommt von US-Präsidentengattin Michelle Obama: „Wir könnten nicht stolzer über ihre Courage auf und außerhalb des Spielfeldes sein“, ließ die First Lady über Twitter ausrichten.

Anerkennung von Sportler-Kollegen

NBA-Profi Jason Collins, der sich im April 2013 geoutet hat, freute sich ebenfalls über Sams Outing. „In den letzten zwei Tagen habe ich Michael Sam hier in LA getroffen. Er ist ein großartiger junger Mann, der außerordentlichen Mut und Führungsqualität bewiesen hat“, twittert der Basketballer.

Auch Thomas Hitzlsperger, frisch geouteter Ex-Fußballprofi, gratuliert Sam: „Ich freue mich für Michael Sam. Ich hoffe, er hat eine tolle Karriere vor sich! Viel Glück!“, schreibt der Deutsche über Twitter.

Keine Auswirkungen auf zukünftige NFL-Karriere?

Unterstützung kommt auch von der Profiliga NFL. „Wir bewundern Michael Sams Ehrlichkeit und Mut. Jeder Spieler mit Können und Entschlossenheit wird in der NFL Erfolg haben. Wir freuen uns, ihn willkommen zu heißen und zu unterstützen“, heißt es in einem offiziellen Statement.

Sam war bislang als Defensivspieler für die Universität von Missouri im Einsatz. Er gilt als großes Nachwuchstalent und hat gute Chancen, beim Draft der NFL-Spieler im Mai verpflichtet zu werden. So wurde er unter anderem in das All-American-Team gewählt und als bester Verteidiger der South East Conference (SEC) ausgezeichnet.

Homosexualität ist in der NFL aber noch ein Tabu. Der Zeitpunkt seines Coming Outs gilt deshalb als Risiko. Dessen ist sich Michael Sam bewusst: „Ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass das eine große Sache ist“, so der Footballer.

Offiziell soll sein Coming Out aber keine Auswirkungen auf eine Verpflichtung haben. Mehrere Personalverantwortliche der Clubs betonten, ihre Meinung über Michael Sam nicht geändert zu haben. „Wenn er spielen kann, wird er spielen“, wird ein Personalmanager auf CBS zitiert.

Sam auf Cover der „Sports Illustrated“

Das US-Magazin „Sports Illustrated“ hat Sam daraufhin auf das Cover seiner aktuellen Ausgabe platziert. Die Schlagzeile: „Amerika ist bereit für Michael Sam“ – der Untertitel lautet allerdings: „Ist die NFL bereit für Michael Sam?“

In dem Artikel erzählt er, dass seine Teamkollegen wussten, dass er schwul ist. Als Vorreiter für die Rechte von Lesben und Schwulen sieht sich Sam nicht: „(Basketballer) Jason Collins ist ein Aktivist, (Ex-NFL-Spieler) Wade Davis ist ein Aktivist. Ich sehe mich als Football-Spieler.“

So ganz überraschend kam das Coming Out von Michael Sam übrigens nicht – die ganze vergangene Saison spielte er mit einem Regenbogen-Armband“ auf dem „Pride“ stand. Es hat nur niemand hingeschaut.