Weniger neu entdeckte HIV-Infektionen in Österreich

Im Jahr 2013 ist die Zahl der neu entdeckten HIV-Infektionen zurückgegangen: So wurde bei 481 Menschen der Virus erstmals diagnostiziert, das sind 40 weniger als in den Jahren davor. Die Ursachen für den Rückgang sind den Experten aber nicht ganz klar.

Die aktuellen Zahlen wurden heute von der Abteilung für Virologie an der Medizinuniversität Wien bekanntgegeben. Dabei fällt ein bestimmtes Bundesländergefälle auf, erklärt die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl: „Wenn wir die Verteilung über die Bundesländer betrachten, fällt auf, dass im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger Neuinfektionen in Wien diagnostiziert wurden, während Anstiege in den westlichen Bundesländern verzeichnet wurden.“

So wurden in Tirol 32 Neudiagnosen gestellt, im Jahr zuvor waren es 20. In Vorarlberg stehen 16 Neudiagnosen im Jahr 2013 sieben im Jahr 2012 gegenüber. In Wien hingegen wurden statt 331 Neudiagnosen im Jahr 2012 im letzten Jahr bei 263 Menschen der HI-Virus erstmals festgestellt.

Die Grunde dafür sind den Medizinern selbst nicht ganz klar: „Es lässt sich wie immer nicht feststellen, ob die jährlichen Schwankungen tatsächlich auf eine höhere Infektionsrate in manchen Jahren zurückzuführen sind, oder darauf, dass phasenweise mehr Risikopatienten zur Diagnostik kommen“, heißt es in der aktuellen Virusepidemiologischen Information.

In Niederösterreich wurden im Vorjahr insgesamt 27 Neuinfektionen bekannt, in Oberösterreich waren es 36, in Salzburg 31 und in der Steiermark 53. Am wenigsten Neuinfektionen wurden in Kärnten mit 19 und im Burgenland mit vier Fällen diagnostiziert.

In Österreich waren bis Ende 2012 insgesamt 3.792 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, 1.986 sind an Aids gestorben. Dass es noch immer so viele Neuinfektionen gibt, „obwohl es in Österreich einen flächendeckenden Zugang zur antiretroviralen Therapie gibt, ist daher wohl in erster Linie auf die Personen zurückzuführen, die nicht wissen, dass sie HIV positiv sind und dadurch die Epidemie in Österreich und in andere Industriestaaten weitertragen“, so die Wissenschafter. Sie plädieren deshalb für mehr Aufklärungsarbeit.