[Video] Teddy Award geht an brasilianischen Liebesfilm

In Berlin sind am Freitag in der Komischen Oper die 28. Teddy Awards verliehen worden, die offiziellen schwul-lesbischen Filmpreise der Berlinale. Zum besten Spielfilm wurde der brasilianische Film „Hoje eu quero voltar sozinho“ (The way he looks) gekürt.

In „Hoje eu quero voltar sozinho“ geht es um den 15-jährigen Leonardo, der blind ist und sich in seinen Mitschüler Gabriel verliebt und dabei auch mit der Eifersucht seiner besten Freundin Giovanna zu kämpfen hat. Regisseur Daniel Ribeiro hatte bereits vor vier Jahren einem Kurzfilm über dieses Thema gedreht. Nun hat er die Geschichte zu seinem ersten abendfüllenden Spielfilm verarbeitet – mit den gleichen Schauspielern.

„Ein freudvoller Debütfilm von einem Regisseuer, der gute Dialoge, Charakterisierung, Performances, Kamera und Musik vereint, um einen Film zu präsentieren, der aus dem gut erforschten Genre des Coming-of-Age herausragt und dem alten Spruch ‚Liebe ist blind‘ eine neue Deutung verleiht“, so die Jury.

Und „Hoje eu quero voltar sozinho“ überzeugte nicht nur die Teddy-Jury: Der Film holte auch einen Kritikerpreis und hat bereits einen deutschen Verleih.

Als beste Dokumentation zeichnete die Berlinale-Jury den Film „Der Kreis“ aus. Stefan Haupt portraitiert darin ein Netzwerk, das sich – rund um die gleichnamige Zeitschrift – in der Schweiz Anfang der 1940er gebildet hat und sich nach dem Zweiten Weltkrieg als sicherer Hafen einen legendären Ruf erarbeitete – zu den Maskenbällen kamen bis zu 800 Besucher aus ganz Europa.

Hier verliebt sich 1956 der schüchterne Lehrer Ernst Ostertag in den Travestie-Star Röbi Rapp. Ernst sucht nach einem Weg, über die Grenzen des “Kreises“ hinaus für die Normalität seines Schwulseins zu kämpfen, ohne seine Anstellung als Lehrer zu verlieren.

Zum besten Kurzfilm hat die Teddy-Jury den libanesischen Film „Mondial 2010“ gekürt. In 19 Minuten erzählt Regisseur Roy Dib mit seiner Handkamera von den Reisen eines schwulen Paares in einer Region, in der Homosexualität nicht erlaubt ist.

Der „David Kato Vision & Sound Award“, benannt nach dem ermordeten Lesben- und Schwulenaktivisten aus Uganda, geht an die Transgender-Aktivistin Sou Sotheavy aus Kambodscha.