Homo-Diskriminierung in Arizona bald legal?

Im US-Bundesstaat Arizona könnte es in Kürze legal sein, wenn Lesben und Schwule in einem Restaurant nicht mehr bedient werden – wenn sich der Chef auf seine religiösen Überzeugungen beruft.

Mit ihrer Mehrheit haben die Republikaner ein bereits bestehendes Gesetz erweitert, das es dann Geschäftsinhabern erlauben soll, homosexuelle Paare nicht mehr bedienen zu müssen. Anlass für das Gesetz waren Vorfälle wie zuletzt in Colorado: Dort hatte sich ein Bäcker geweigert, eine Hochzeitstorte für ein schwules Paar zu backen. Für den Richter eine klare Diskriminierung. Schließlich hatte der Mann kein Problem, einmal eine Torte für eine Jux-Hochzeit von zwei Hunden zu backen. Der Bäcker musste zahlen, in konservativen Kreisen gab es einen massiven Aufschrei.

Derzeit schützt ein Gesetz in Arizona Personen, die „bestimmte Aufgaben nicht ausführen wollen, weil sie eine schwere Last für ihren Glauben“ seien. Das betreffe Priester, die keine gleichgeschlechtlichen Paare trauen oder Ärzte, die keine Abtreibungen vornehmen wollen. Nun wollen es die Republikaner um Geschäftsleute erweitern.

Für die regierenden Republikaner ist das kein Problem: „Das Gesetz schützt keinen Hotelbesitzer oder eine Bedienung die keine homosexuellen Paare bedienen will, denn es handelt sich hier nicht um eine grundsätzliche Belastung“, ist sich der Abgeordnete John Kavanagh sicher. Doch genau darauf würden Gegner der Erweiterung nicht wetten: Denn wo die „grundsätzliche Belastung für eine tief religiöse Person“ beginnt, ist im Gesetz nicht definiert.

„Wir wollen keine Angst haben, irgendwo hin zu gehen, nur weil wir anders leben“, erklärt ein Mann, der gegen das Gesetz protestiert. Der Ball liegt nun bei der ultrakonservativen Gouverneurin Jane Brewer. Wird sie das Gesetz unterschreiben? Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.

Rocco DiGrazia, offen schwuler Besitzer einer Pizzeria in Tucson, hat den Spieß umgedreht. An der Tür von „Roccos Little Chicago Pizzeria“ hängt ein Schild: „Wir behalten uns das Recht vor, Arizonas Parlamentarier nicht zu bedienen.“ Auf Facebook hat DiGrazia dafür viel Zuspruch erhalten.