Anti-Homo-Gesetz in Uganda: Wurde Präsident Museveni getäuscht?

Wurde der Präsident von Uganda, Yoweri Museveni, belogen, damit er jenes Gesetz unterschreibt, das schwule Männer unter Umständen lebenslang ins Gefängnis bringt? Museveni hat zuvor angekündigt, das Gesetz nicht zu unterschrieben, wenn Homosexualität keine freie Entscheidung ist. Doch Politiker scheinen die Studien der Wissenschafter manipuliert zu haben.

So hat ein Team aus Wissenschaftern und Ärzten aus Uganda dem Präsidenten die wissenschaftliche Bestätigung gegeben, dass Homosexualität keine freie Entscheidung der Betroffenen ist – wonach Museveni das Gesetz nicht unterschrieben hätte. Doch Abgeordnete haben das Ergebnis absichtlich manipuliert, um eine Entscheidung zu ihren Gunsten zu erzwingen. Das geht aus Dokumenten hervor, das eine lokale Tageszeitung nun veröffentlicht hat.

So hat der „Mail & Guardian“ das Original-Dokument der Wissenschafter und den Abschlussbericht der Parlamentarier abgedruckt. Das wenig überraschende Ergebnis: Teile der Studie zugunsten von Lesben und Schwule fielen unter den Tisch, und übrig blieb das, was den Abgeordneten genehm war.

So wurde aus dem neunseitigen Bericht der Wissenschafter eine dreiseitige Zusammenfassung. Deren Bilanz: „Es gibt definitiv keine Gene, die für Homosexualität verantwortlich sind.“

Homosexualität sei „keine Krankheit, aber ein abnormales Verhalten, das durch Erfahrungen im Leben erlernt werden kann. In jeder Gesellschaft gibt es eine kleine Zahl von Menschen mit homosexuellen Tendenzen“, heißt es im Abschlussbericht.

Dort wird auch darauf verwiesen, dass Homosexualität durch „Umweltfaktoren wie Kultur, Religion und Druck von Vorbildern“ beeinflusst werden könne. Deshalb bräuchte diese Praxis „Regulierungen wie jedes andere menschliche Verhalten, besonders um die Verwundbaren zu schützen“ . Man bräuchte „weitere Studien um Sexualität im afrikanischen Kontext zu bewerten“, so die Parlamentarier.

In der Original-Studie betonen die Wissenschafter allerdings: „Homosexualität hat in Afrika existiert bevor der weiße Mann gekommen ist“: Menschen würden sich ihre sexuelle Orientierung nicht aussuchen, Homosexualität sei keine Abnormität, und die jetzige Einstellung vieler Afrikaner zu Homosexualität sei ein Resultat christlicher und muslimischer Missionare und dem einstigen Druck der Kolonialmächte.

So kommen die Wissenschafter auch zu dem Schluss, dass der Staat keine Gesetze über Sexualität beschließen müsse, sondern sich nur um nicht-einvernehmlichen Sex und öffentliches Verhalten kümmern solle, nicht um private Beziehungen.