Schwuler Ex-NFL-Spieler Roy Simmons ist tot

Der ehemalige NFL-Profifootballer Roy Simmons ist letzte Woche im Alter von 57 Jahren gestorben. Während seiner Karriere hat er seine Homosexualität mit großem Aufwand geheim gehalten. Danach outete er sich und sprach offen über sein Versteckspiel.

Simmons starb in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Bronx. In den letzten Monaten litt er an einer schweren Lungenentzündung, die eine Folge seiner HIV-Infektion gewesen sein dürfte. Er spielte von 1979 bis 1984 in 58 Spielen für die New York Giants und die Washington Redskins.

Simmons ist der zweite Spieler der NFL, der sich nach dem Ende seiner Karriere zu seiner Homosexualität bekannt hat. Vor ihm hat das nur David Kopay, der von 1964 bis 1972 spielte und sich 1975 outete, gemacht. Im Jahr 1982 sprach Simmons in der „Phil Donahue Show“ erstmals über seine Homosexualität. In seiner Autobiografie „Out of Bounds“ beschrieb er den großen Aufwand, den er betrieb, um seine sexuelle Orientierung geheim zu halten.

So traf sich Simmons, der wegen seiner freundlichen Art den Spitznamen „Sugar Bear“ erhielt, immer wieder mit Frauen, um in der Öffentlichkeit keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Mit einer seiner Freundinnen hatte er auch eine Tochter. Doch daneben besuchte er die New Yorker Schwulensaunen und traf sich mit Escorts. Er war auch oft auf Drogenparties zu Gast – was folgte, war ein Ende der Profi-Karriere und ein tiefer Absturz: Er wurde obdachlos und arbeitete in San Francisco selbst als Callboy – für 15 Dollar, und machmal auch als Drag, wie er in seiner Autobiografie schreibt. Er erzählt auch, während einem Drogendeal einen Mann niedergestochen zu haben. Im Jahr 1997 erfährt er von seiner HIV-Infektion.

Ein Outing während seiner Karriere kam für Roy Simmons nicht in Frage: „In der NFL gibt es nichts Schlimmeres, als schwul zu sein“, erklärte er noch 2006: „Du kannst deine Frau schlagen, aber du bist besser nicht schwul“. Kurz vor seinem Tod hat sich das geändert: Das Nachwuchstalent Michael Sam hat gute Chancen, in dieser Saison der erst offen schwule NFL-Profi zu werden.