Gay Travel Index: Österreich hält sich gut, Slowakei fällt durch

International holen USA auf, Indien rasselt nach unten

Regenbogenflagge
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Der Spartacus International Gay Guide hat heute seinen aktualisierten Gay Travel Index für 2014 veröffentlicht. Das beste Reiseland für Lesben und Schwule ist demnach Schweden. Österreich liegt – gemeinsam mit Deutschland – noch vor seinen Nachbarländern auf Rang 13.

USA, Brasilien und Neuseeland top, Indien Flop

Zu den Gewinnern des Jahres 2013 zählen neben den USA, die sich um acht Plätze verbessert haben, auch Länder wie Panama, Taiwan, Fiji, Brasilien, Thailand, Chile, Malta, Neuseeland und Uruguay. Grund dafür sind entsprechend neue Gesetze oder Verfassungen, die etwa eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule oder neue Antidiskriminierungsrichtlinien beinhalten.

Verlierer des Jahres ist Indien, wo Homosexualität nach einer Entscheidung des Höchstgerichts wieder illegal wurde. Die größte Demokratie der Welt rutschte damit um 15 Plätze auf den 105. Rang im Gay Travel Index.

Österreich: Vorreiter unter seinen Nachbarländern

Österreich bekommt von der Spartacus-Redaktion je einen Punkt für die Anti-Diskriminierungsgesetze, die Eingetragene Partnerschaft, die Stiefkindadoption, das LGBT-Marketing – vor allem des Wien Tourismus – und ein gleiches Schutzalter für homo- und heterosexuelle Beziehungen. Mit etwas gutem Willen, zum Beispiel dem vollständigen Diskriminierungsschutz oder der Öffnung von Ehe und Adoption, könnte Österreich demnach leicht in die Spitzengruppe vorrücken.

Trist sieht jedoch die Lage rund um Österreich aus: Sieht man von Deutschland ab, das wie Österreich mit fünf Punkten auf dem 13. Rang des Gay Travel Index liegt, haben unsere Nachbarländer enormen Nachholbedarf, wenn es um die Rechte von Lesben und Schwulen geht. So kostet das fehlende Adoptionsrecht der Schweiz einen Punkt, sie liegt so auf Platz 16.

Slowenien und Ungarn: ‚Homofeindliche Bevölkerung‘

Tschechien und Slowenien liegen mit ihren Gesetzen über Eingetragene Partnerschaft und Diskriminierungsschutz mit drei Punkten auf Platz 21. In Slowenien wäre gleichgeschlechtlichen Paaren sogar die Adoption erlaubt, allerdings gibt es einen Punkt Abzug für die lesben- und schwulenfeindliche Einstellung der Bevölkerung.

Die Einstellung der Bevölkerung plus der Einfluss der katholischen Kirche sorgen auch in Ungarn für einen Punktabzug der Spartacus-Redaktion: Mit einem Punkt reicht es nur für Platz 40, ex aequo mit Italien – wo zwar die Bevölkerung freundlicher, die Gesetze aber rückschrittlicher sind.

Abgeschlagen mit null Punkten ist die Slowakei: Keine Gesetze, die die Rechte von Lesben und Schwulen schützen und eine Bevölkerung, die mit Homosexuellen ein Problem hat, sorgt für Rang 49 im Gay Travel Index.

Schlusslichter: Iran, Emirate, Russland – und Vatikan

Wie auch im Jahr zuvor sind unter anderem der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland Schlusslichter des Gay Travel Index 2014. Die rote Laterne in Europa hat übrigens das Vatikan auf Rang 127. Unter anderem soll dort auch die Bevölkerung Schwulen gegenüber „sehr feindlich“ eingestellt sein. Ein Urteil, das mancher Rom-Besucher sicher widerlegen kann…