Uganda: ‚Homosexuelle sind an ihrer Verfolgung selbst schuld‘

In Uganda können Lesben und Schwulen lebenslang ins Gefängnis gesteckt werden – dafür müssen sie nur wiederholt beim Sex erwischt werden. International wird dieses Gesetz scharf kritisiert. Doch die Homosexuellen seien an ihrer Situation selbst schuld, betont der ugandische Präsident Yoweri Museveni in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN.

Dort vergleicht Museveni Homosexualität mit Kannibalismus – sie sei ein „unnatürliches Verhalten“. Schwule seien in der Vergangenheit ignoriert worden, sagte er im Gespräch mit der CNN-Korrespondentin Zain Verjee. Als Rechtfertigung für das Gesetz führt Museveni an, dass „diese Menschen uns nun provozieren. Wenn sie ruhig geblieben wären, wäre es besser gewesen.“

Museveni verteidigt das umstrittene Gesetz. Er müsse die Kultur seines Landes verteidigen, betont der Präsident Ugandas. Er stehe dazu, dass „diejenigen, die unsere Kinder rekrutieren, um sie zu Homosexuellen zu machen, hart bestraft werden müssen“.

Schwedischer Finanzminister besucht LGBT-Gruppen in Uganda

Unterdessen hat der schwedische Finanzminister Anders Borg, der sich zu Handelsgesprächen in Uganda aufhält, mit Lesben- und Schwulenaktivisten getroffen. Das Gesetz verletze nicht nur die Menschenrechte, sondern sei auch ein „Wirtschaftsrisiko für Uganda“, sagte er in Kampala.

Auch andere Länder haben bereits auf die Verabschiedung des Gesetzes reagiert: Die Niederlande haben Finanzhilfen für das Justizwesen in der Höhe von sieben Millionen Euro eingefroren. Dänemark und Norwegen leiten jeweils sechs Millionen Euro um: Statt staatlichen Organisationen in Uganda bekommen das Geld nun lokale Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen.

Abgeordneter verteidigt sein „Anti-Homo-Gesetz“ weiter trotzig

David Bahati, jeder Abgeordnete, der das umstrittene „Anti-Homo-Gesetz“ im Jahr 2009 erstmals eingebracht hat, bezeichnet die Streichung von Hilfsgeldern als „Erpressung“ und verteidigt sein Gesetz. Es sei „sehr viel wert, weil es unsere Werte schützt. Ich glaube, eine Gesellschaft, die keine moralischen Werte hat, ist ein Widerspruch zu Entwicklung“. Am Ende des Tages würde „die Souveränität unserer Nation triumphieren“, so Bahati.