Homo-Adoption: Scharfe Kritik an Karmasin von den Grünen

Scharfe Kritik an Familienministerin Sophie Karmasin von der ÖVP kommt von den Grünen: Zunächst habe sie die Wichtigkeit von Regenbogenfamilien betont – und nach dem Vorstoß von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter für eine Öffnung des Adoptionsrecht mache sie einen Rückzieher, ärgern sich die Grünen.

„Den Verweis, dass homosexuelle Paare als Pflegeeltern einen wichtigen Beitrag leisten könnten und die Fremdkindadoption nicht prioritär sei, finde ich zynisch. Selbstverständlich sollten homosexuelle Paare endlich auch in allen Bundesländern Pflegeeltern sein dürfen. Auch hier muss sich die ÖVP bewegen“, ärgert sich die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol.

Es gehe nicht um den Beitrag, den homosexuelle Menschen leisten können, „sondern um die Beendigung einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes. Homosexuelle Paare sollten die gleichen Rechte hinsichtlich einer Familiengründung haben. Auf homosexuelle Menschen als Pflegeeltern zurückzugreifen, ihnen die Fremdkindadoption aber zu verwehren, ist scheinheilig“, so die Grüne weiter.

Lob für Rupprechters Vorstoß kommt von Marco Schreuder, Bundesrat und Bundessprecher der Grünen Andersrum. Die Äußerungen des Landwirtschaftsministers würden zeigen, „dass auch die ÖVP die Zeichen der Zeit nicht mehr übersehen, Fakten und Studien nicht mehr ignorieren kann und es tatsächlich an der Zeit wäre, das Kindeswohl in den Vordergrund dieser Diskussion zu stellen“, so Schreuder.

Kritik übt der Grüne Bundesrat an ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel, der gemeint hat, das Adoptionrecht für schwule und lesbische Paare sei derzeit kein Thema: „Österreich verliert vor dem EuGH in Menschenrechtsfragen ein Gerichtsverfahren nach dem anderen. Weil politische Unterstützung mehr als rar war, wurden zahllose Diskriminierungen, Bosheiten und Schlechterstellungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen selbst rechtlich bekämpft. Die Frage der Gleichstellung ist natürlich ein Thema, egal ob die ÖVP das will oder nicht“, ärgert sich Schreuder.

„Zuletzt musste nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte die Stiefkindadoption für homosexuelle Eltern erlaubt werden. Die Fremdkindadoption ist unverändert verboten. Noch in diesem Jahr muss die Regierung in Folge eines VfGh-Urteils die künstliche Fortpflanzung mittels Samenspende für Frauen in homosexuellen Lebensgemeinschaften schaffen“, erinnert die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol in diesem Zusammenhang an die letzten verlorenen Schlachten der Bundesregierung.