Team Stronach: ‚Homo-Adoption nicht vorteilhaft für Gesellschaft‘

Zur Debatte um eine Öffnung des Adoptionsrechts für schwule und lesbische Paare hat sich nun auch das Team Stronach zu Wort gemeldet. Deren Abgeordneter Marcus Franz fällt erneut durch Aussagen auf, die für einen hochrangigen Mediziner verwundern.

Gegenüber der „Presse“ bekräftigt er seine Meinung, Homosexualität sei eine freie Entscheidung – deshalb müsse Lesben und Schwulen klar sein, dass sie keine Kinder bekommen könnten, so Franz. Ihnen die Fremdkind-Adoption zu ermöglichen, sei „nicht vorteilhaft für die Gesellschaft“, ist sich der Nationalratsabgeordnete sicher.

Zwar könne es Ausnahmefälle geben, etwa bei „Kindern, die nach einem Unfall der Eltern auf der Straße stehen“ – aber der Gesetzgeber solle die „natürlichen, zweigeschlechtlichen Gegebenheiten nicht overrulen“, meint der Team-Stronach-Abgeordnete.

Und das scheint in der Stronach-Partei keine Einzelmeinung zu sein: Seine Positionen seien mit der Partei abgesprochen und repräsentieren diese auch, betont Franz. „Wir sind übereingekommen, dass wir eine wirtschaftsliberale und wertkonservative Partei sind“, erklärt der Mediziner.

In diesem Zusammenhang kritisiert Marcus Franz auch die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, Lesben die Samenspende zu erlauben. Diese Entscheidung sei „nicht ideal“, betont Franz. „Was wird aus den Kindern?“, sei die zentrale Frage. Deren Wohl müsse immer im Vordergrund stehen.

Bereits im Herbst hatte Marcus Franz mit einem Interview im Nachrichtenmagazin „profil“ für Aufregung gesorgt. Darin hatte der Arzt behauptet, Homosexualität sei eine „genetische Anomalie“. Diese Äußerungen kosteten ihn letztendlich seinen Posten als Primar des Wiener Hartmann-Spitals.