Deutsche Bischöfe hofieren Homo-Hetzer aus Nigeria

In seiner Heimat Nigeria wird der katholische Kardinal John Onaiyekan als „Brückenbauer“ gefeiert. Doch bei der Hetze gegen Lesben und Schwule in dem afrikanischen Land steht der Erzbischof von Abuja in der ersten Reihe. Trotzdem hat ihn die römisch-katholische Kirche in Deutschland zur Frühjahrs-Vollversammlung eingeladen. Diese findet zur Zeit in Münster statt.

Im Jänner hat Präsident Goodluck Jonathan das Gesetz verschärft, das homosexuelle Handlungen bestraft: In Nigeria droht Betroffenen nun bei Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft bis zu 14 Jahren Gefängnis. Bis zu zehn Jahre Haft stehen auf die Gründung und Unterstützung von Organisationen für Schwule und Lesben.

Die katholische Kirche in Nigeria beteiligt sich an sehr unchristlicher Hetze gegen Lesben und Schwule im Land: Die Nigerianische Bischofskonferenz hat diese Verschärfung der strafrechtlichen Verfolgung von Lesben und Schwulen als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet. Der Vorsitzende der Nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ignatius Kaigama, lobte die Verschärfung: Das Gesetz schütze die Würde des Menschen und stimme „mit den moralischen und ethischen Werten der afrikanischen Kulturen überein“. Und auch Onaiyekan unterstützt die Verschärfung. „Viel zu lange haben Homosexuelle mit ihrem üblen Glauben die Welt als Geisel genommen“, sagte Onaiyekan im Januar der nigerianischen Zeitung „PM News“.

Protest gegen Onaiyekan kommt auch vom Deutschen Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Dieser protestiert, „dass die Deutsche Katholische Bischofskonferenz einen Unterstützer schwerster Menschenrechtsverletzungen hofiert.“ LSVD-Pressesprecherin Renate Rampf macht klar: „Die menschenverachtenden Äußerungen der katholischen Bischöfe Nigerias sind ein Beitrag zu Mord und Totschlag, sie unterstützen das Klima von Hass und Gewalt im bevölkerungsreichsten Land Afrikas.“

Nun fordert der LSVD die deutschen Bischöfe auf, das homophobe Strafrecht in Nigeria „eindeutig zu verurteilen“, genauso wie die Stellungnahme der Nigerianischen Bischofskonferenz und Gewaltaufrufe und Gewalttaten gegen Lesben und Schwule. „Wer hier schweigt, lädt Schuld auf sich“, stellt der LSVD klar.

Die Deutsche Bischofskonferenz tut sich mit einer eindeutigen Aussage aber schwer. In einer am Freitag veröffentlichen Stellungnahme nennt sie Onaiyekan zwar einen der „profiliertesten Bischöfe Afrikas“, der sich seit Jahren gegen Gewalt und soziale Ungerechtigkeit einsetze. Die Bischöfe mahnen jedoch auch die „unbedingte Geltung der Menschenrechte“ an und das „Verbot der Diskriminierung“. Die katholische Kirche sehe sich in der Pflicht, die Befürchtungen von afrikanischer Seite durch einen „respektvollen Dialog der Kulturen“ zu überwinden.