Erzbischof von Nigeria verteidigt Anti-Homo-Gesetze

Der nigerianische Erzbischof John Onaiyekan weist Kritik an seiner Haltung gegen Homosexualität zurück. Das afrikanische Land hat erst vor Kurzem seine Gesetze gegen Lesben und Schwule verschärft – unter Beifall der römisch-katholischen Kirche.

So können einvernehmliche homosexuelle Handlungen in dem afrikanischen Land mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. In den nördlichen Bundesstaaten, die islamisch dominiert sind und in denen die Scharia gilt, droht Lesben und Schwulen die Steinigung.

In einem Interview mit der Deutschen Welle verteidigt Onaiyekan diese Gesetze und verharmlost sie. Das Gesetz „besagt einfach nur, dass man in Nigeria eine Beziehung zwischen gleichen Geschlechtern nicht Ehe nennen kann“, kann der Erzbischof unwidersprochen die Fakten verdrehen. Er betonte, dass seiner Meinung nach keine Haftstrafen nötig gewesen wären – und schiebt der Regierung die Verantwortung zu.

„Ich bin kein Mitglied der Regierung und wurde nicht nach meiner Meinung gefragt, als das Gesetz verabschiedet wurde. Das Problem ist nämlich, dass ein Gesetz immer nach einer Sanktion verlangt und so kam es zur Kriminalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe.“, wäscht Onaiyekan seine Hände in Unschuld.

Die Kritik aus dem Westen prallt an dem Erzbischof aus Nigeria ab. „Wenn es zwei Männern jetzt erlaubt ist, einander zu heiraten, soll keiner erwarten, dass die Kirche das akzeptiert. Wir sollten das Recht haben, zu entscheiden, was wir für richtig und was für falsch halten. Ich denke, die westliche Welt muss ihre Arroganz endlich aufgeben. Sie kann nicht entscheiden, wohin sich Nigeria zu entwickeln hat. Wir sind vielleicht arm, aber nicht verrückt“, stellt er die Fronten klar.

Und für John Onaiyekan spielt es auch keine Rolle, dass dieses international umstrittene Gesetz Menschenrechte verletzt. „Es gibt schlimmere Verletzungen von Menschenrechten als die Diskriminierung von Homosexuellen“, sagt er der Deutschen Welle.