Neuer Kärntner ÖVP-Chef will über Homo-Adoption reden

Die Front gegen eine Öffnung der Adoption für schwule und lesbische Paare bröckelt weiter. Nun stellt sich auch der neue Kärntner Parteichef Christan Benger auf die Seite von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ erklärte Benger, „ein kategorisches Nein erachte ich nicht als sinnvoll“: Auch, wenn er sich selbst als „sehr christlicher Mensch“ sehe, der „eine glückliche aktive Ehe“ führe: „Verschließen kann man sich so manchen Themen nicht“.

Damit ist der Versuch von ÖVP-Bundesparteichef Michael Spindelegger, die Debatte um eine Öffnung der Ehe abzudrehen, wohl gescheitert. Landwirtschaftsminister Rupprechter hat vor zwei Wochen in einem Interview mit dem „Standard“ gesagt, dass er sich eine Öffnung der Adoption für schwule und lesbische Paare vorstellen könne. Innerhalb der ÖVP bekam er dafür verhaltenen Beifall, der Koalitionspartner SPÖ klatschte da schon lauter.

Und auch der steirische ÖVP-Landesrat Christoph Drexler kritisierte in der „Presse“ seine Partei als „verzopfte Partei“ und „strenge alte Tante“, die sich „gesellschaftlich etwas links der Mitte“ positionieren sollte. Was Drexler damit meint, erklärt er auch: „Vor zehn Jahren habe ich in der ÖVP die Diskussion über eingetragene Partnerschaften losgetreten. Das ist Realität geworden, war aber auch ein mühsamer Weg.“

Für Spindelegger kam die Debatte zur Unzeit – schließlich sind seine Umfragewerte wie auch die der Partei derzeit im Keller. Schützendeckung bekommt er nur von seinem engstel Kreis: ÖVP-Generalsekretär Gerald Blümel betont in einem Interview mit der „Presse“ über ein neues Parteiprogramm: „Konservativ liegt voll im Trend“. Eine Meinung, die die letzten Umfragen wohl nicht bestätigen.