Männer-Unterhosen für japanische Behörden zu obszön

In Japan wurde das Plakat, das auf die Gefahren durch HIV aufmerksam machen sollte verboten – weil man dort Männer-Unterhosen sah.

Gestaltet wurde das Plakat vom Manga-Künstler Poko Murata. Es zeigt einige Männer, die im Kreis liegen und sich Kopf an Kopf aneinander anlehnen. Ein Bodybuilder trägt gelbe Unterhosen, der Rest ist komplett angezogen.

Das Plakat sollte im Jänner im Tokioter Schwulenbezirk Ni-chome im Stadtteil Shinjuku aufgehängt werden. Und obwohl in dem Bezirk genügend heterosexuelle Nachtclubs und Hostessen mit leicht bekleideten Mädchen für ihre Dienste werben, war der gezeichnete Muskelmann den Behörden zu schlüpfrig.

Sie verlangten eine dezentere Version: Murata malte dem Bodybuilder Shorts mit einem offenen Reissverschluss, aus dem die gelbe Unterhose noch leicht hervorblitzte. Doch auch das war den Behörden noch zuviel.

Die zuständige Werbeagentur produzierte deshalb eine vollkommen jugendfreie Version des Posters – allerdings ohne Zutun des Künstlers.

„Die endgültigen Anpassungen wurden nicht von mir vorgenommen“, stellt Murata in seinem Blog klar. Für ihn sind die Vorschriften der Beamten eine „offensichtliches Vorverurteilung und Diskriminierung von schwulen Männern“.

Der Entwurf von Murata wurde durch einen Wettbewerb der Pharmafirma „ViiV Healthcare“ ausgewählt. Er sollte sechs Monate im Schwulenviertel von Tokio hängen und so auf die Gefahren von HIV aufmerksam machen.