Essener Bischof Overbeck für Regenbogenfamilien

Wenn die römisch-katholische Kirche betont, dass das Wohl des Kindes Vorrang habe, dann meistens, um schwule und lesbische Paare zu diskriminieren. Anders bei Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck. Er hat sich – zum Wohl der Kinder – klar gegen jede Diskriminierung von Regenbogenfamilien ausgesprochen.

Anlass für diese Äußerungen, die der Bischof auch über Facebook verbreitete, war ein Treffen mit dem „Forum Essener Schwuler und Lesben“ (F.E.L.S.). Gemäß einer Aussendung des Bistums machte Overbeck deutlich, dass weder die Erwachsenen noch die Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften unter Diskriminierung leiden dürften.

So sei es nicht in Ordnung, wenn ein gleichgeschlechtlicher Elternteil bei kirchlichen Feiern wie Taufe oder Erstkommunion von der Zeremonie ausgeschlossen bleibe, meinte Bischof Overbeck: „Das Wohl des Kindes hat stets Vorrang“.

Der Ruhrbischof warb auch für eine „Willkommenskultur“ für alle Menschen, die am kirchlichen Leben teilnehmen wollten. Die Gesprächsteilnehmer lobten den offenen und fairen Dialog auf allen Seiten. Auch, wenn es unterschiedliche Meinungen gebe, solle der Dialog doch fortgesetzt werden, heißt es.

Die Gesprächsrunde mit Lesben- und Schwulenvertretern ist der bislang letzte Schritt einer wahren Wandlung Overbecks vom Saulus zum Paulus: In der Vergangenheit hatte er gelebte Homosexualität als „objektiv sündhaft“ bezeichnet, „auch wenn homosexuellen Menschen mit Achtung zu begegnen ist“. Trotzdem hat er sogar eine lesbische Putzfrau in einem Kindergarten entlassen. In letzter Zeit wurden seine Aussagen aber moderater, auch traf er sich mehrfach mit Vertretern der Schwulen- und Lesbenbewegung.