Orthodoxer Erzbischof von Zypern wettert gegen Lesben und Schwule

Für scharfe Kritik von Lesben- und Schwulenverbänden sorgen die Aussagen des zypriotischen Erzbischofs Chrysostomos II. zu Homosexualität. Bei einem Führungstreffen der orthodoxen Kirchen in Istanbul hat er gefordert, die Orthodoxie müsse geschlossen Homosexualität verurteilen.

Regierungen würden, so Chrysostomos II., die „moralische Integrität“ des Staates schwächen, wenn sie Lesben und Schwulen durch Eingetragene Partnerschaften oder eine Öffnung der Ehe gleiche Rechte gewährten. Eine deutliche Drohung des Kirchenoberhaupts an die zypriotische Regierung: Diese will im April über die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften abstimmen.

Dementsprechend deutlich auch die Antwort der Politik: Der Christdemokrat Andreas Pitsillides, Abgeordneter im Europaparlament (EP) und Mitglied der LGBT Intergroup im EP, erklärte: „Zum x-ten Mal verurteile ich öffentlich als Mensch, als Theologe und vor allem als Mitglied des Europäischen Parlaments die vom Erzbischof von Zypern rassistisch und homophob getätigten Bemerkungen“ – denn auch gegen Schwarze hat sich Chrysostomos II. abfällig geäußert.

Die Bemerkungen des Kirchenfürsten seien „eindeutig gegen den Geist des Evangelium“, so Pitsillides weiter. Auch Ulrike Lunacek, Grüne Europaabgeordnete aus Österreich und Co-Präsidentin der LGBT Intergroup, erklärte, die Aussagen von Chrysostomos II. zeigten, dass die Kirche „losgelöst von der Realität sei.“ Die Bevölkerung in Zypern ist aktuellen Umfragen zufolge überwiegend für die Einführung Eingetragener Partnerschaften.