Eingetragene Partnerschaft in Estland schon ab Juli

Schon im Juli könnten in Estland Eingetragene Partnerschaften für hetero- und homosexuelle Paare eingeführt werden. Drei der vier im Parlament vertretenen Parteien können sich mit der Idee anfreunden.

Derzeit arbeitet ein parlamentarischer Ausschuss an der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften in dem baltischen Land. Alle vier Parteien des Landes sind darin vertreten. Drei davon unterstützen die Einführung, die schon seit 2011 diskutiert wird. Die Volkszählung hatte damals ergeben, dass 34,5 Prozent der Esten verheiratet sind und 15,6 Prozent in nicht registrierten Partnerschaften leben.

Nun sollen diese Partnerschaften auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden. Es gibt Paaren, unabhängig von ihrem Geschlecht, die Möglichkeit, ihre Beziehung zu registrieren und so einige Rechte zu bekommen.

Die Reformpartei, die Zentrumspartei und die Sozialdemokraten unterstützen die geschlechtsneutrale Formulierung des Gesetzes. Die Vaterlandsunion möchte Kinder, die in Eingetragenen Partnerschaften geboren werden, einige Rechte ehelich geborener Kinder verweigern.

Mit der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften, die auch Lesben und Schwulen offen stehen, würde Estland erneut innerhalb des Baltikums eine Vorreiterrolle einnehmen. Bereits jetzt gibt es ein umfassendes Anti-Diskriminierungsgesetz, Lesben und Schwulen ist es auch erlaubt, offen in der Armee des Landes zu dienen. Sie können als Einzelpersonen Kinder adoptieren und als Paar Pflegekinder aufnehmen.