Ägypten: Langjährige Haftstrafen für schwule Männer

In Ägypten sind vier Männer von der Militärregierung verurteilt worden, weil sie schwul sein sollen. Wegen ihres „abartigen Verhaltens“ müssen sie bis zu acht Jahre hinter Gitter.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, „abartige Parties“ veranstaltet und Frauenkleider getragen zu haben. Drei der Angeklagten wurden am Montag zu acht Jahren Haft verurteilt, einer muss für drei Jahre ins Gefängnis.

Homosexualität ist in Ägypten offiziell nicht verboten. Vor allem schwule Männer müssen aber damit rechnen, wegen Gummiparagraphen wie „Gefährdung der öffentlichen Ordnung“, „moralische Verdorbenheit“ und „Verletzung religiöser Lehren“ vor dem Richter zu landen. So hat die Polizei im Jahr 2001 gleich 52 Männer auf einer Party verhaftet. 23 davon wurden zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt.

Seit dem Sturz von Hosni Mubarak habe sich die Situation für Lesben und Schwule noch verschlechtert, beklagen Menschenrechtsaktivisten. 95 Prozent der Ägypter glauben, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. Wie auch Mubarak benutzte der mittlerweile abgesetzte Präsident Mohammed Mursi von den Muslimbrüdern Homosexualität als Vorwand für die Verfolgung von Kritikern.