Öffnung der Adoption: Mikl-Leitner winkt ab

Im Zuge des Runden Tisches dreier ÖVP-Minister mit Vertretern der schwul-lesbischen Community hofft „FAmOs – Familien Andersrum Österreich“ auf eine Verbesserung der Situation von Regenbogenfamilien. Doch bei Innenministerin Johanna Mikl-Leitner blitzen sie damit ab.

Für FAmOs war Obfrau Barbara Schlachter bei dem Gespräch der Community-Vertreter, zu dem Familienministerin Sophie Karmasin gemeinsam mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizminister Wolfgang Brandstetter eingeladen hat. Kinder in Regenbogenfamilien „müssen gestärkt werden in dem man ihnen signalisiert, dass ihre Familien und die Partnerschaft ihrer Eltern gleich viel wert sind, wie andere Familien und Partnerschaften“, betont sie.

So fordert FAmOs unter anderem, dass lesbische Paare bei medizinisch unterstützter Fortpflanzung ab 2015 automatisch Eltern des Kindes werden. Außerdem setzt sich die Gruppe für eine Möglichkeit der gemeinsamen Obsorge für Elternpaare ein, die sich vor Einführung der Stiefkindadoption im August 2013 getrennt haben, aber nach wie vor gemeinsam für ihre Kinder zuständig sein wollen.

Außerdem sollte in Österreich die Sukzessivadoption für Kinder, die im Rahmen der Einzeladoption von homosexuellen Menschen adoptiert worden sind, erlaubt werden. So könnte auch der Partner als zweiter Elternteil gesetzlich anerkannt werden.

Auch die Fremdkindadoption bleibt für FAmOs eine wichtige Forderung. „Nur weil es in Österreich mehr adoptionswillige Paare als Kinder gibt“, so Schlachter, „ist das kein Grund, homosexuellen Paaren keine Chance zu geben sich um eine Adoption zu bemühen. Ausserdem gibt es die Möglichkeit von Auslandsadoptionen zum Beispiel in Südafrika und den USA, beides Länder, die Kinder an gleichgeschlechtliche Paare vermitteln.“

Ein Wunsch, der wohl nicht so schnell in Erfüllung gehen wird: Denn Mikl-Leitner lehnt eine Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtlichen Paare ab. „Zum einen, weil aus meiner Sicht ein Kind das Recht auf Vater und Mutter hat und dieses Recht des Kindes im Mittelpunkt stehen muss. Uns zum anderen, weil es schon jetzt 10 Mal mehr adoptionswillige Eltern als Kinder gibt“, wiederholt sie die ÖVP-Position.