Malta führt Eingetragene Partnerschaft ein

Flagge von Malta
Archiv

Malta wird Eingetragene Partnerschaften für schwule und lesbische Paare einführen. Das hat das Parlament des Inselstaates gestern in dritter Lesung mit den Stimmen der regierenden Labour-Party beschlossen. Präsidentin Marie-Louise Coleiro Preca hat bereits angekündigt, das Gesetz zu unterzeichnen.

Das Gesetz gibt gleichgeschlechtlichen Paaren umfassende Rechte, inklusive der gemeinsamen Adoption von Kindern. Außerdem werden Ehen und Eingetragene Partnerschaften, die Maltesen in anderen Ländern eingegangen sind, anerkannt. Ausländische Lebenspartner dieser Partnerschaften erhalten rückwirkend ein Aufenthaltsrecht in Malta.

Die oppositionelle Nationalistische Partei, Teil der Europäischen Volkspartei, hat sich bei der Abstimmung im Parlament enthalten. Man sei zwar für die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften, habe aber bei der Öffnung der Adoption Bedenken. Parteichef Simon Busuttil kritisierte, dass man diese beiden Punkte nicht getrennt hatte. 80 Prozent der Bevölkerung von Malta seien gegen das Adoptionsrecht, so der konservative Parteichef.

In der Lesben- und Schwulencommunity von Malta herrschte gestern auf jeden Fall Feierstimmung: Die Parteizentrale der Labour-Party wurde mit einer großen Regenbogenflagge geschmückt. Rund 1.000 Teilnehmer feierten in der Innenstadt der Hauptstadt La Valetta, wo die LGBT-Verbände eine Party organisierten. Höhepunkt war der Auftritt von Glen Vella, der Malta im Ihr 2011 beim Song Contest vertreten hatte.

Die Labour-Regierung möchte die Lage von sexuellen Minderheiten im kleinsten Mitgliedsstaat der EU weiter verbessern: So plant sie eine unter anderem eine Verbesserung des Anti-Diskriminierungsschutzes. Diesen hatte die konservative Regierung auf Druck der Union 2004 eingeführt, er gilt aber nur beim Arbeitsrecht. Weiters soll die Lage von Transsexuellen und Transgendern in Malta verbessert werden.

In Malta ist der Einfluss der römisch-katholischen Kirche noch sehr groß. Pornografie und Abtreibungen sind noch immer verboten. Dem entsprechend hat der Bischof auch versucht, gegen die Eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben Stimmung zu machen – ohne Erfolg. Und so wird dir kleine Mittelmeerinsel das 20. Land in Europa, das gleichgeschlechtliche Paare rechtlich anerkennt, und das 10. Land, das eine gemeinsame Adoption von Kindern ermöglicht.