Brunei führt Todesstrafe für Schwule ein

Das Sultanat Brunei führt die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen ein. Ab 22. April soll in dem kleinen ölreichen Staat die islamische Scharia gelten.

Muslime, die dem gleichgeschlechtlichem Sex beschuldigt werden, müssen dann damit rechnen, gesteinigt zu werden. Nicht-Muslime müssen vor ein Zivilgericht, dort beträgt die Strafe für gleichgeschlechtliche Handlungen „nur“ zehn Jahre Haft.

Weitere Strafen, die künftig in dem absolutistisch regierten Sultanat mit dem Tod bestraft werden, sind unter anderem außerehelicher Sex, Vergewaltigung, Raub, Blasphemie oder „Abfallen vom Islam“. Die Vereinten Nationen schütteln zur geplanten Einführung der Scharia in Brunei den Kopf. Die Einführung der Todesstrafe bei so vielen Vergehen „widerspricht dem internationalen Recht“, so Rupert Colville, Sprecher des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

Brunei ist nicht das einzige Land, in dem Homosexualität mit der Todesstrafe bedroht wird: Auch im Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria, Saudi-Arabien, Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten droht Schwulen der Tod.