Berliner Homo-Mahnmal erneut beschädigt

In Berlin ist das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erneut beschädigt worden. Das berichtet der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg.

Die Sichtscheibe, durch die rund um die Uhr ein Video mit gleichgeschlechtlichen Kussszenen gesehen werden kann, wurde beschädigt. Die „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, die für die Betreuung des Mahnmals zuständig ist, wird die Scheibe innerhalb der nächsten zwei Wochen austauschen.

Es ist nicht der erste Anschlag auf das Homo-Mahnmal: Seit seiner Einweihung im Jahr 2008 gab es mehrere Versuche, das Denkmal zu beschädigen. Angriffspunkt ist dabei meistens die Sichtscheibe, weil sie der Schwachpunkt im massiven Betonklotz ist.

Der LSVD Berlin-Brandenburg hat die erneute Beschädigung des Mahnmals aufs Schärfste kritisiert. Das Denkmal soll an die im Nationalsozialismus ermordeten homosexuellen Opfer erinnern und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Lesben und Schwulen setzen.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden nach Angaben des LSVD etwa 10.000 schwule Männer in Konzentrationslager verschleppt, rund die Hälfte von ihnen überlebte den Aufenthalt nicht.