Hollywood-Stars protestieren gegen Sultan von Brunei

Lautstark protestieren Hollywood-Stars und dutzende Demonstranten vor dem legendären „Beverly Hills Hotel“: Es gehört dem Sultan von Brunei, der in seinem Land die islamische Scharia eingeführt hat. So gebe es Strafen für das Fehlen beim Freitagsgebet, zum Schluss soll unter anderem auch für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe durch Steinigung verhängt werden können.

Zu den Teilnehmern der Demonstrationen gegen die Scharia vor dem Hotel gehört auch der berühmte Late-Night-Talker Jay Leno. „In welchem Jahr leben wir? 1814? Kommt schon, Leute. Es ist 2014“, so Leno. „Das Böse blüht, wenn gute Leute nichts tun.“

Auch die offen lesbische Talkmasterin Ellen DeGeneres macht auf Twitter klar: „Ich werde das Hotel Bel-Air oder das Beverly Hills Hotel nicht mehr besuchen, bis das gelöst ist“ Auch Sharon Osbourne hat ihre 2,1 Millionen Follower aufgerufen, den Boykott des Hotels zu unterstützten.

Auch in der Bevölkerung von Los Angeles stoßen die Demonstrationen gegen den Sultan von Brunei auf Zustimmung. „Wir gehen nicht weg“, sagte ein anderer Demonstrant.. „Wir werden bei jedem Event und jeder Party hier sein. Entweder verkauft er das Hotel, oder wir werden weiter hier sein.“

Der Image-Schaden für das „Beverly Hills Hotel“ ist enorm. Wie GGG.at bereits berichtet hat, kündigte „Virgin“-Boss Richard Branson an, dass niemand aus seiner Gruppe mehr in einem Hotel des Sultans von Brunsi übernachten werde. Der „Hollywood-Reporter“ will sein prestigeträchtiges „Women in Entertainment“-Frühstück nicht länger im Beverly Hills Hotel abhalten. Und der „Motion Picture & Television Fund“ hat sich ebenfalls nach einer anderen Location für seine jährliche Spendensammlung umgesehen.

Für Christopher Cowdray, Chef der Dorchester Hotel Group, zu der das Beverly Hills Hotel gehört, sind die Proteste „fehlgeleitet“: Sie würden die Einführung der neuen Gesetze in Brunei nicht verhindern, sondern nur den Angestellten der Hotels schaden. Das Hotel wirkt von den Demonstrationen irritiert: Wie die „Los Angeles Times“ berichtet, begrüßen Hotelmitarbeiter die Demonstranten höflich und bieten ihnen Wasser und Kekse an.

Das mehr als 100 Jahre alte Beverly Hills Hotel ist in Hollywood eine Institution: Hier stiegen Elizabeth Taylor und Richard Burton ab, Marlene Dietrich ignorierte die Vorschrift, dass Frauen im Restaurant keine Hosen tragen dürfen und Faye Dunaway betrachtete nach der Oscar-Nacht ihre Goldstatue im Bademantel am Swimmingpool.