Schützt künftig eine Spritze vor einer HIV-Infektion?

Könnte künftig eine Spritze wirksam vor einer HIV-Infektion schützen? Versuche an der „Mailman School of Public Health“ der Columbia University geben Hoffnung: Im Tierversuch konnten zwei Affen bis zu einem Monat lang vor einer Infektion mit dem Virus geschützt werden. Das berichtet die „New York Times“.

Die Injektion enthielt antiretrovirale Wirkstoffe, die Affen waren nach Informationen der Forscher zu 100 Prozent vor einer Ansteckung geschützt. Ihr Ziel ist es jetzt, einen Impfstoff zu finden, der Menschen bis zu drei Monate vor einer HIV-Infektion schützt.

Derzeit ist in den USA nur das Medikament „Truvida“ zur Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion zugelassen. Dabei muss jeden Tag dieselbe Tablette geschluckt werden, die auch von HIV-Positiven zur Behandlung ihrer Infektion genommen wird.

Im Vergleich dazu wäre eine Spritze alle drei Monate ein großer Fortschritt. Denn die Medikamente müssen immer zur gleichen Zeit genommen werden, was immer wieder zu Wirkungslücken führt und bei Infizierten das Risiko von Virus-Resistenzen erhöht.

Besonders Paare, bei denen ein Partner HIV-negativ ist, würden von der Drei-Monats-Spritze profitieren. Ein erster Test mit Menschen soll noch dieses Jahr starten, eine größere Versuchsreihe wird aber erst in mehreren Jahren durchgeführt werden können.