Amsterdam: Junger Schwuler im Stadtzentrum zusammengeschlagen

Ein Hassverbrechen erschüttert Amsterdam: Ein 25-Jähriger, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit seinem Freund händchenhaltend die Grachten entlang ging, wurde beschimpft, bedroht und verprügelt. Sein Hörvermögen wurde von dem Angriff so schwer geschädigt, dass sich die Ärzte anfangs nicht sicher waren, ob er wieder hören können wird.

Der Vorfall ereignete sich in der bekannten Prinsengracht in der Nähe der Raamstraat. Zunächst schrie eine Gruppe von vier Burschen, um die 20 Jahre alt, dem schwulen Paar Beschimpfungen nach. Auf Ausdrücke wie „Dreckige Homos“ reagierte der junge Mann mit einem höflichen „Danke, was für ein reizendes Kompliment“. Wie er der Tageszeitung „Het Parool“ erzählte, hat er die Burschen weder angeschrien oder beschimpft.

Trotzdem rannten die vier Männer auf den 25-Jährigen, der anonym bleiben möchte, zu und bedrohten ihn. Bald flogen die Fäuste: „Ich habe mich weggedreht und wurde auf der Seite meines Gesichts geschlagen, auf mein Kiefer und mein Ohr. Die Schläge waren so heftig, dass mir drei Piercings aus dem Ohr geschlagen wurden.“

Als er zu Boden fiel, trat der Angreifer noch zweimal nach, bevor er mit seinen Freunden in die Dunkelheit verschwand.

Der 25-Jährige meldete den Vorfall der Polizei und ließ sich im Krankenhaus untersuchen. Zu dem Zeitpunkt war sein Hörvermögen stark eingeschränkt, es kam erst im Lauf des Montags wieder zurück.

Die Behörden wollen den Täter nun mit Hilfe von Aufnahmen aus Überwachungskameras ausfindig machen. Ein Einzelfall ist die Attacke aber nicht. „Ich habe von Freunden in letzter Zeit so oft gehört, dass sie in der Stadt zusammengeschlagen wurden“, so das Opfer.