König Felipe von Spanien empfängt Lesben- und Schwulenaktivisten

Er ist erst seit wenigen Tagen im Amt – und schon hat König Felipe VI. von Spanien ein wichtiges Zeichen gesetzt. Bei einem Empfang mehrerer Nichtregierungsorgnisationen war auch erstmals auch Vertreter der Schwulen- und Lesbenbewegung dabei. So waren Boti García von der „Federación Estatal de Lesbianas, Gais, Transexuales y Bisexuales“ (FELGTB) und José Maria Núñes-Blanco, Präsident der „Fundación Triángulo“, zum Empfang von Felipe und seiner Frau Letizia um Madrider Königspalast eingeladen.

Für Núñes ist die Einladung „ein sehr guter Start in die Regentschaft. Sie sendet der schwul-lesbischen Gemeinschaft die Botschaft der Normalität und Integration.“ Er und García erinnerten König Felipe und seine Frau daran, dass Homophobie auch in Spanien noch immer verbreitet sei. García hat die neue Monarchin außerdem gebeten, sich bei Staatsbesuchen in homophoben Ländern offen gegen die Verfolgung von Schwulen, Lesben und Transgendern auszusprechen. Letizia scheint dafür ein offenes Ohr gehabt zu haben. „Wir denken, dass unser Anliegen verstanden wurde“, sagte García.

Damit beginnt auch in diesem Punkt eine neue Zeitrechnung im spanischen Königshaus. Letizias Vorgängerin, Königin Sofía, war eine dezitierte Gegnerin der Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen. Auch die Lesben- und Schwulenparaden, für die Madrid und Barcelona berühmt sind, lehnte sie aus Überzeugung ab.

Als diese Haltung 2008 in einer Biografie öffentlich wurde, versuchte der Palast, die Aussagen von Königin Sofía zu relativieren. Sie sei falsch zitiert worden, hieß es. Die damalige Kronprinzessin Letizia verteidigte ihre Schwiegermutter diplomatisch als „Frau ihrer Zeit“.