Karmasin: Diskriminierung von Homo-Paaren, weil sie diskriminiert werden

Für Bundesrat Schreuder "das fieseste Argument" gegen Öffnung der Adoption

Sophie Karmasin
Christian Jungwirth

Ihre Vorstellungen zur Familienpolitik hat die zuständige Ministerin Sophie Karmasin bei einer Aktuellen Stunde im Bundesrat dargelegt. Dabei machte sie klar: „Familien sind wertvoll, in welcher Konstellation auch immer“. Sie warnte vor einer Idealisierung bestimmter Formen des Zusammenlebens.

Eine Meinung, die auch Bundesrat Marco Schreuder von den Grünen teilt. Er betont: Wenn man die einzelnen Familienformen nicht werten wolle, müssten auch für alle die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen gelten. Das betreffe vor allem die Möglichkeit der Adoption durch schwule und lesbische Paare. Die Frage müsse sein, wo das Kind am besten aufgehoben sei, so Schreuder.

Doch Karmasin will gleichgeschlechtlichen Paaren nach wie vor dieses Recht verweigern. In der Aktuellen Stunde des Bundesrates erklärte sie, dass einer deutschen Studie zufolge 43 Prozent der Eltern und Kinder aus homosexuellen Verbindungen über Diskriminierung klagen würden. Daher müsse man zuvor in einem gesellschaftspolitischen Bewusstseinsprozess die Diskriminierung abstellen und erst dann könne man auch über das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare reden, so Karmasin.

Eine Argumentation, die Schreuder so nicht teilen kann: Denn die Diskriminierung von schwul-lesbischen Paaren als Grund gegen die Öffnung der Adoption zu verwenden, sei „das fieseste Argument gegen die Ermöglichung der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare. Denn nicht die Regenbogenfamilien sind das Problem. Sondern die Diskriminierungen, denen sie ausgesetzt sind“, so der Bundesrat auf Facebook.