[Video] Bratislava Pride: Rauchbombe bei symbolischer Eheschließung

Ohne gröbere Probleme ging in Bratislava am Samstag die dritte Lesben- und Schwulenparade über die Bühne. Rund 600 Polizisten schützen die 4.000 Teilnehmer. Der Versuch von Gegendemonstranten, die Veranstaltung durch eine Rauchbombe zu stören, schlug fehl. In der slowakischen Innenpolitik stoßen die Forderungen der Aktivisten aber auf taube Ohren.

Es sollte der Höhepunkt der „Dúhovy Pride“, auf deutsch – wie auch in Wien – Regebogenparade, werden: Die symbolische Eheschließung eines schwulen, eines lesbischen und eines heterosexuellen Ehepaares. Doch Gegner störten diesen Akt durch eine Rauchbombe. Verletzt wurde allerdings niemand, die Störung der Veranstaltung war minimal.

Auch die Zahl der Gegner der Pressburger Regenbogenparade wird von Jahr zu Jahr kleiner: Waren es zu Beginn noch hunderte, die unter anderem Steine auf die Europaabgeordnete Ulrike Lunacek warfen, sammelte sich nun nur ein Grüppchen von gut 100 Leuten – Angehörige von christlichen Jugendorganisationen und rechtsextremen Gruppierungen.

Lunacek war auch diesmal wieder bei der Bratislava Pride: Sie war als Rednerin geladen. Vertreter des offiziellen Österreichs war Botschafter Josef Wuketich, der die Parade mit seiner Frau besuchte. Gemeinsam mit anderen EU-Botschaftern hat er zuvor eine Deklaration unterzeichnet, die sich solidarisch mit dem Anliegen der Lesben- und Schwulenaktivisten erklärte.

Im Vorfeld der Parade gab es heftigen Gegenwind für die Veranstalter. So forderte unter anderem Stanislav Zvolensky, Erzbischof von Bratislava und Vorsitzende der slowakischen Bischofskonferenz, dass die Parade durch die Innenstadt der slowakischen Hauptstadt nicht stattfinden dürfe.

Auch im slowakischen Parlament stoßen die Forderungen der schwul-lesbischen Community auf taube Ohren: Sämtliche Parteien sind gegen die Schaffung von Eingetragenen Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare oder die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwulen. Nur einzelne Politiker der rechtsliberalen Partei „Freiheit und Solidarität“ (SaS) und der linksgerichteten Regierungspartei „Smer“ sind dafür, die Rechte von sexuellen Minderheiten zu stärken.