SoHo-Traschkowitsch fordert von Karmasin Öffnung der Adoption

Eine kleine Nachhilfestunde zum Thema Regenbogenfamilien hat Peter Traschkowitsch, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LSBTI-Organisation SoHo, für Familienministerin Sophie Karmasin.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Österreich“ sagte die von der ÖVP nominierte Ministerin, sie würde zu 100 Prozent unterschreiben, dass homosexuelle Paare die richtige Entscheidung für ein Kind sind, wenn es Langzeitstudien in unserem Kulturkreis dazu gäbe. Diese Studien gibt es, so Traschkowitsch.

So hat das deutsche Justizministerium im Jahr 2009 eine Studie über die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften vorgestellt. Durchgeführt wurde sie vom Bayerischen Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg, ergänzt wurden die Ergebnisse durch eine psychologische Kinderstudie vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik in München.

Dazu wurden 1.059 Eltern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften befragt und 693 Kinder beobachtet. Die Bayern kamen zu dem Schluss: Es gibt keine Beeinträchtigungen bei Kindern, die in Regenbogenfamilien bei schwulen oder lesbischen Paaren aufwachsen. Im Gegenteil: Alle feststellbaren Unterschiede im Erziehungsverhalten fördern ausnahmslos das Wohl der Kinder: Lesbische Mütter und schwule Väter haben durchweg eine gute Beziehung zu ihren Kindern, die sich durch Fürsorglichkeit und Zugewandtheit auszeichnet. Sie legen viel wert auf die Beachtung von Grenzen und vermeiden harte Sanktionen, so die Studie. Auch das Familienklima sei „durchwegs positiv“, die Aufteilung häuslicher Aufgaben passiert in den beobachteten Haushalten gleichberechtigter, flexibler und demokratischer als in heterosexuellen Partnerschaften.

Und auch den Kindern in Regenbogenfamilien geht es besser: „Die Kinder entwickeln sich partiell sogar besser als Kinder aus anderen Familienformen. Kinder und Jugendliche in Regenbogenfamilien zeigen ein nachweislich höheres Selbstwertgefühl und mehr Autonomie in der Beziehung zu beiden Elternteilen als Gleichaltrige in anderen Familienformen“, so die Studie.

„Flüchten wir uns nicht in scheinbar ungeklärte Fragen oder offene Punkte. Was Lesben und Schwule wollen, sind gleiche Rechte. Und das gerade in Regenbogenfamilien oder Pflegefamilien Lesben und Schwule ihren Verpflichtungen gegenüber Kindern und der Gesellschaft nachkommen, dürfte nunmehr unbestritten sein“, so Traschkowitsch. Er fordert Ministerin Karmasin auf, „hinter irgendwelchen konservativen Ideologien zu verstecken“.