Mongolei will Lesben und Schwule stärker vor Gewalt schützen

Auch die Mongolei will Lesben und Schwule stärker vor homophober Gewalt schützen. Das berichtet der Fernsehsender Al-Jazeera. Grund dafür ist eine Zunahme der Angriffe auf Homosexuelle in dem Land zwischen Russland und China.

Aufgerüttelt wurde die Bevölkerung der Mongolei im Februar durch die Vergewaltigung eines schwulen Mannes. Zunächst wollte die Polizei nicht ermitteln, weil im Gesetz nur die Vergewaltigung von Frauen erwähnt wird. Wenig später wurde der Mann tot aufgefunden. Es ist nicht klar, ob er an den Folgen der Vergewaltigung starb oder Suizid beging.

Nun plant die Regierung härtere Strafen auf Hass-Verbrechen. Außerdem sollen Polizisten künftig geschult werden, um solche Verbrechen besser erkennen zu können. Ein Antidiskriminierungsgesetz soll im öffentlichen Leben für gleiche Rechte sorgen.

Lesben- und Schwulengruppen in der Mongolei loben zwar den Tatendrang der Regierung. Kritik üben sie allerdings an den Formulierungen im Gesetzesentwurf. Diese seien so schwammig, dass eine Verurteilung fast unmöglich sei.

Über die Notwendigkeit strengerer Gesetze in der Mongolei herrscht kein Zweifel: Bereits im Jahr 2012 hatte die staatliche Menschenrechtskommission erklärt, dass 80 Prozent der LGBT-Bevölkerung wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität bereits Opfer von Menschenrechtsverletzungen geworden sind.