[Update] Lunacek: Buttersäure-Attentäter wird nicht bestraft

Jener Mann, der die Grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek bei der Regenbogenparade mit Buttersäure bespritzt hat, wird sich nicht vor Gericht verantworten müssen.

Wie die Tageszeitung „Österreich“ berichtet, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Zoltán S. am 1. Juli eingestellt. Der Täter sei unzurechnungsfähig. Da bei dem Angriff niemand verletzt wurde, sei wegen schwerer Sachbeschädigung ermittelt worden. Das sei keine Grund für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, so Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, zum „Standard“.

Da niemand verletzt wurde, kann der Mann auch nicht eingewiesen werden, so der Staatsanwalt zu „Österreich“. Dabei ist er den Behörden kein Unbekannter: Der gebürtige Ungar soll auch schon wiederholt Tierschützer mit der übel riechenden Flüssigkeit bespritzt haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Der Vorfall ereignete sich während der Regenbogenparade. Lunacek gab auf dem Truck der Grünen Andersrum ein Fernsehinterview. Plötzlich kam aus der Menge ein Mann, der die Politikerin mit einer übel riechenden Flüssigkeit besprühte. Dabei wurde auch die Ausrüstung des TV-Teams in Mitleidenschaft gezogen. Der Gesamtschaden beträgt 50.000 Euro. „Ich hoffe, dass der Täter ausgeforscht und bestraft wird“, so Lunacek nach dem Anschlag.

Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Lunacek, mittlerweile Vizepräsidentin des EU-Parlaments, ist über die Einstellung des Verfahrens empört. Sie überlegt sich weitere rechtliche Schritte. Ihren Kampf für rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen führt Lunacek fort: Am Samstag war sie bei der Budapest Pride, um auch in der Heimat ihres Attentäters für Toleranz zu werben.