Witali Klitschko verbietet Lesben- und Schwulenmarsch in Kiew

Während in Madrid, Budapest und Köln die Lesben- und Schwulenparaden am Samstag ohne Probleme über die Bühne gingen, konnten die Aktivisten in Kiew von ihrem Demonstrationsrecht nicht Gebrauch machen. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Witali Klitschko hat die Organisatoren dazu gedrängt, die Veranstaltung abzusagen.

Die Absage erfolgte in letzter Minute, weil die Behörden die Sicherheit der Teilnehmer am „Marsch für Gleichheit“ nicht garantieren konnten. Dabei war die Premiere im letzten Jahr durchaus erfolgreich: Da fand die erste Lesben- und Schwulenparade in der Geschichte der ukrainischen Hauptstadt statt. Mehr als 100 Menschen marschierten mit, es gab nur wenige Störversuche.

Allerdings sei wegen der Unruhen im Osten der Ukraine nun auch nicht die Zeit für „Unterhaltungsveranstaltungen“, machte der Bürgermeister von Kiew, Ex-Boxweltmeister Witali Klitschko, klar. Das kann Olga Schewtschenko vom Organisationskomitee nicht verstehen.

„Die Stellungnahme des Bürgermeisters von Kiew, Witali Klitschko, dass nun nicht die richtige Zeit zum Feiern sei, ist eine große Enttäuschung. Er sollte ein besseres Verständnis dafür haben, was die Forderung nach gleichen Rechten bedeutet. Man kann keine Rangliste der Menschenrechte erstellen. Es scheint, als gebe es nie die richtige Zeit für LGBT-Rechte. Unser ‚Marsch für Gleichheit‘ ist kein Fasching. Das ist ein Marsch für Menschenrechte“, so Schewtschenko.