Rechtsextreme blockieren Sofia Pride

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia musste die 7. Lesben- und Schwulenparade am Samstag abgebrochen werden, nachdem der Marsch auf rechte Gegendemonstranten traf.

Rund 100 Menschen nahmen an der diesjährigen Sofia Pride teil, um Politiker und die allmächtige Kirche aufzufordern, ihre Rechte zu respektieren. Unterstützt wurde die Parade außerdem von einigen westlichen Botschaften, darunter auch Deutschland, die Niederlande, die USA und Südafrika. Österreich unterstützte die Initiative, anders als beispielsweise in Bratislava, nicht. Zwei Tage vor der Parade gaben die Botschaften eine Stellungnahme heraus, mit der sie „betonen, dass jede demokratische Gesellschaft für Offenheit gegenüber LGBTI-Personen einstehen sollte“.

Doch so weit scheint Bulgarien noch nicht zu sein: Die Zahl der Polizisten, die die Sofia Pride schützte, war am Samstag höher als die der Teilnehmer – und reichte trotzdem nicht. Als die Paraden-Teilnehmer am Vasil-Levski-Denkmal im Zentrum von Sofia vorbeimarschieren wollten, wurden sie von einer Gruppe Gegendemonstranten daran gehindert. Diese gehörten zur rechtsextremen Partei „Ataka“. Das Denkmal erinnert an den bulgarischen Freiheitshelden Vasil Levski, der an diesem Ort im Februar 1873 von den Osmanen gehängt wurde und ist einer der wichtigsten Orte für den bulgarischen Nationalstolz.

Auch die Kirche hetzte gegen den „Marsch der stolzen Sünde“. In einer Stellungnahme bezeichneten sie die Lesben- und Schwulenparade als „Gefahr für die gute Erziehung unserer Kinder, sie zerstören die Fundamente der traditionellen Familie und bedrohen die Gesundheit unserer Gesellschaft.“

Ursprünglich hätte die Sofia Pride am 21. Juni stattfinden sollen. Aus Respekt vor den Opfern des Hochwassers an der bulgarischen Schwarzmeerküste wurde die Veranstaltung aber auf das letzte Wochenende verschoben.