[Videos] Rechte überfielen Schwulenclub in Kiew am Wochenende zwei Mal

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben rechtsgerichtete Jugendliche an zwei Tagen hintereinander einen populären Schwulenclub überfallen. Verletzt wurde dabei durch einen glücklichen Zufall niemand. Die Polizei ermittelt.

Im Jahr 2005 wurde der Club „Pomada“, auf deutsch „Lippenstift“, eröffnet. Er ist der größte Schwulenclub in Kiew – und für den rechten Mob damit offenbar ein Ziel. So auch am Samstag: Der Zeitstempel der Überwachungskamera zeigt 23.26, als etwa 15 junge Männer zum Club kommen. Sie sind teilweise maskiert, haben auf ihrer Kleidung rechte Symbole.

Besucher, die vor dem Club stehen, flüchten schnell nach innen. Einer, der es nicht mehr schafft, wird über die Straße gejagt. Den Angreifern gelingt es, in den Eingangsbereich des Clubs vorzustoßen. Dort können sie von den Securities abgewehrt werden. Nach einer Minute geben die rechten Eindringlinge auf und flüchten.

Doch sie kommen wieder: Am Sonntag, 24 Stunden und 20 Minuten nach ihrem ersten Angriff. Sie sind besser ausgerüstet, fast alle sind von ihnen maskiert. Diesmal kommen sie nicht einmal in den Club – er wurde von innen verschlossen. Mit einer Rauchbombe und Knallkörpern beschädigen sie die Fassade, die Lüftung und eine Überwachungskamera des „Pomada“. Weil sie ihr Ziel nicht erreichen, macht einer der Angreifer vor der Überwachungskamera einen demonstrativen Hitlergruß.

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Seit dem Beginn der Revolution in der Ukraine wurde der Club bereits sieben Mal überfallen.

Die Lage von Lesben und Schwulen in der Ukraine ist prekär: Denn russisch unterstützte Nationalisten haben ihren Kampf gegen eine Annäherung des Landes an die EU auch auf Kosten von Lesben und Schwulen geführt. So wurden während der Revolution unter anderem Regenbogenflaggen vor den Botschaften der EU-Staaten verbrannt oder behauptet, die EU führe zu einer Homosexualisierung der Ukraine. Bei einer Pro-EU-Demo haben die russischen Nationalisten sogar bezahlte Obdachlose mit Regenbogenflaggen eingeschleust, um die Bewegung schlechtzumachen und ihre eigenen Behauptungen zu untermauern.