[Video] Russische Bürgerrechts-Aktivistin Nowodworskaja ist tot

Die bekannte russische Bürgerrechts-Aktivistin Walerija Iljinitschna Nowodworskaja ist tot. Die 64-Jährige, die als „Gewissen der Nation“ galt, hat sich auch wiederholt für Lesben- und Schwulenrechte in Russland eingesetzt.

Nowodworskaja starbt an den Folgen mehrerer chronischer Krankheiten. Medienberichten zufolge lag sie bereits seit mehreren Tagen auf der Intensivstation eines Moskauer Krankenhauses.

Seit ihrer Studienzeit hat sich Nowodworskaja für Bürgerrechte engagiert: Nach der Gründung einer oppositionellen Studentengruppe inhaftierte sie die KGB für zwei Jahre in der geschlossenen Psychiatrie. Nach dem Ende des Kommunismus hat sie ihren Kampf für Bürgerrechte fortgesetzt, zum Schluss war Nowodworskaja eine der wichtigsten Kritikerinnen des Putin-Regimes.

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Und sie gehörte auch zu jenen prominenten Russen, die für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern kämpfte. Dafür kritisierte sie die mächtige orthodoxe Kirche und unterstützte das St. Petersburger LGBT-Filmfestival „Side by Side“.

Zum Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ meinte Nowodworskaja, es habe Russland zu einem „noch weniger freien und demokratischen Land“ gemacht. Als schwul-lesbische Aktivisten vor der Duma verhaftet wurden, sagte sie: „Man darf sich nicht auf eine Minderheit einschießen, erst recht nicht auf eine so harmlose Minderheit.“

Schwule und Lesben hätten, so die Überzeugung von Nowodworskaja, „ein Recht auf ihre Vereinigungen und ein Recht auf die rechtliche Anerkennung ihrer Beziehungen“. Angesichts der Verhältnisse in russischen Waisenhäusern setzte sie sich auch dafür ein, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen.