Schwulenaktivist José Vargas in Texas am Flughafen verhaftet

José Antonio Vargas, preisgekrönter Journalist und Schwulenaktivist, ist in einer Grenzstadt im US-Bundesstaat Texas vorübergehend festgenommen worden.

Der offen schwule Vargas hatte 2011 enthüllt, dass er selbst seit 1993 ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA lebt. Er wurde auf den Philippinen geboren und als Zwölfjähriger von seiner Mutter zu den in Kalifornien lebenden Großeltern geschickt. Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte er nicht. Dennoch machte Vargas Karriere als Journalist und gewann für einen Artikel in der „Washington Post“ im Jahr 2007 sogar den renommierten Pulitzer-Preis.

Wegen dieser fehlender Papiere wurde der 33-Jährige von Grenzbeamten am Flughafen McAllen festgenommen worden. Er wollte gerade nach Los Angeles fliegen. Von dort aus wollte Vargas an der Grenze zu Mexiko protestieren um auf die Schicksale „von Kindern und Familien“ aufmerksam zu machen, „die aus den gefährlichsten Regionen Mittelamerikas“ fliehen“.

Anhaltelager „nicht sicher für Schwule“

Wie die Organisation „Immigration Equality“ mitteilt, wird José Antonio Vargas derzeit in einem Anhaltelager festgehalten, das „nicht sicher für LGBT-Immigranten“ ist: „Wir sind zutiefst besorgt um die Sicherheit von José Antonio Vargas, und wir fordern seine sofortige Freilassung.“

Zuvor twitterte Vargas noch: „Ich gehe jetzt durch die Sicherheitschecks am McAllen Airport. Ich habe keine Ahnung was passieren wird“ und zeigte ein Foto seines philippinischen Reisepasses und ein Taschenbuch mit der US-Verfassung – die einzigen Dokumente, die er für seine Sicherheit habe.

Bürgermeister von New York protestiert gegen die Festnahme

Seine Festnahme löste in den USA einen Sturm der Entrüstung aus. Unter anderen forderte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Freilassung von José Antonio Vargas: Die Festnahme zeige, „wie unsere Einwanderungsbehörden versagen und „angjährige Immigranten festhalten, die keine Bedrohung für unsere Sicherheit darstellen“.

Vargas sei ein Beispiel dafür „worum es in Amerika geht. Ich fordere seine rasche Freilassung und hoffe, dass er in jenem Land bleiben kann, das seine Heimat ist und dem er soviel gegeben hat“, so de Blasio.