Mazedonien will Ehe von Mann und Frau in der Verfassung verankern

Nach Kroatien plant mit Mazedonien der nächste Staat des ehemaligen Jugoslawien, die Ehe als Verbindung von Mann und Frau in die Verfassung zu schreiben.

Wie lokale Medien berichten, berät das Parlament in der Hauptstadt Skopje bereits über ein in der mazedonischen Verfassung verankertes Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen. Für diese Änderung braucht die christlich-nationale „Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation – Demokratische Partei für Mazedonische Nationale Einheit“ (VMRO-DPMNE) von Ministerpräsident Nikola Gruevski nicht einmal Verbündete: Nach den Wahlen hat Gruevski im Parlament mit seinen Koalitionspartnern, eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Ein Regierungssprecher bestätigte die Pläne der Politiker: Die Verfassungsänderung sei notwendig, um „traditionelle, familiäre und religiöse Werte der Ehe“ zu schützen.

In Brüssel werden diese Pläne für Irritation sorgen: Immerhin hat die EU Mazedonien bereits aufgefordert, die Rechte für Lesben, Schwule und Transgender zu stärken. Homosexualität ist in dem Balkanstaat erst seit 1996 legal. Die Dekriminalisierung war eine Voraussetzung für die Aufnahme in den Europarat.

Trotzdem ist die Lage für gleichgeschlechtlich liebende Menschen in Mazedonien eher trist: Der erste Versuch einer „Pride Week“ im letzten Juni endete damit, dass ein Mob aus rund 30 Personen das Büro der Lesben- und Schwulenorganisation mit Flaschen und Steinen bewarfen.