16-jährigen zu Tode gequält: ‚Homo-Heiler‘ aus Südafrika vor Gericht

Der Fall erschütterte ganz Südafrika: An den Folgen seines Aufenthalts in einem Camp zur „Schwulenheilung“ starb im April 2011 ein 15-jähriger Bub. Vor Gericht hat der Betreiber des Camps jede Verantwortung für den Tod des Burschen zurückgewiesen.

Bub sollte „zum Mann werden“ und wurde gequält

Als die Eltern von Raymond Buys ihren Sohn im Februar 2011 in das „Echo Wild Game Ranger“-Camp brachten, um ihn von seiner Homosexualität zu „heilen“, war er bester Gesundheit. Das Camp verspricht den Eltern, „aus Burschen Männer zu machen“.

Zehn Wochen später war er zum Skelett abgemagert, dehydriert, sein Arm war zwei Mal gebrochen und auf seinem gesamten Körper gab es Wunden und Brandmale. Er starb, nachdem die Ärzte vier Wochen lang auf der Intensivstation um sein Leben gekämpft haben.

Betreiber des Cams ist uneinsichtig

Nach drei Jahren sind der Betreiber des Camps, Alex de Koker, und sein Angestellter Michael Erasmus, nun vor Gericht. Ihnen wird Mord, Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und vorsätzliche schwere Körperverletzung vorgeworfen. Doch die beiden Männer weisen jede Verantwortung von sich. Der 15-jährige habe sich die Verletzungen selbst zugefügt, verteidigen sie sich.

De Koker erzählt vor Gericht, er habe „ein Gerücht gehört, dass er Selbstmord begehen will“. Die Mordanklage weist er von sich. „Ja, ich habe ihn vernachlässigt. Es gibt viele Sachen, die ich vernachlässigt habe“, sagt er vor Gericht.

Bursche wurde ans Bett gekettet

Ein anderer Bursche, der mit Raymond Buys im Camp war, erzählte, der 15-Jährige sei jede Nacht an sein Bett gefesselt worden. Ihm wurde nicht erlaubt, die Toilette aufzusuchen und musste einmal sogar seine eigenen Exkremente essen. Wenn er seine Aufgaben nicht erfüllen konnte, wurde er mit Brettern und Stöcken geschlagen.

Der mittlerweile 18-Jährige Zeuge erinnerte sich außerdem, dass De Koker den Burschen nackt an einen Stuhl gefesselt hat und seinen Kopf in einen Polsterüberzug gesteckt hat, um ihn dann mit einem Elektroschocker zu quälen.

Nicht die ersten Todesfälle im umstrittenen Camp

Es ist nicht der erste Todesfall In dem umstrittenen Camp: Vier Jahre zuvor überlebten der 18-jährie Eric Calitz und der ein Jahr ältere Nicolaas Van Der Walt ihren Aufenthalt im „Echo Wild Game Rangers“-Camp nicht.

Als Calitz das Camp verlassen wollte, beschimpfte ihn De Koker als „Schwuchtel, aus der ich noch einen Mann machen werde“. Seine Familie wurde über SMS vom Tod des Sohns informiert. Doch während De Koker als Todesursache einen Herzinfarkt angab, stellten die Ärzte Krämpfe, Dehydrierung und Gehirnblutungen als Grund für den Tod des Teenagers fest.

Ähnlich war es auch bei Nicolaas Van Der Walt: Auch er starb nicht am Herzinfarkt, den De Koker behauptete, sondern wurde mit einem Gurt erwürgt. Wegen der beiden Vorfälle erhielt der Betreiber des Camps eine Bewährungsstrafe, durfte sein Treiben aber fortsetzen.