Utah hat ein Homophonie-Problem

Homophobie kennt viele Gesichter. Besonders das der Dummheit. Das musste auch Timothy Torklidson feststellen. Er wurde von einer Sprachschule im US-Bundesstaat Utah gefeuert, weil sein Chef den Unterschied zwischen Homophobie und Homophonie nicht kennt.

Wegen Blog-Eintrag zu Homophonie gefeuert

Unter Homophonie versteht man zwei Wörter, die gleich ausgesprochen, aber unterschiedlich geschrieben werden. Ein Phänomen, das im Englischen recht häufig ist. Zum Beispiel bei den Wörtern „see“ (sehen) und „sea“ (Meer). Darüber schrieb Torklidson einen Blog-Eintrag für seinen Arbeitgeber, das Nomen Global Language Center in Provo im US-Bundesstaat Utah.

Nachdem der Eintrag im Blog der Firma erschienen war, zitierte der Chef Torklidson in sein Büro. Der Artikel sei „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, habe ihm dieser beschieden, so Torkildson, denn „jetzt wird man unsere Schule mit Homosexualität in Verbindung bringen“. Torklidson wurde erst drei Monate zuvor eingestellt, um sich um die Social-Media-Aktivitäten der Sprachschule zu kümmern.

Chef kannte das Wort nicht einmal

Gegenüber Torklidson gab der Chef der Sprachschule zu, das Wort „Homophonie“ nachgeschlagen zu haben, weil er nicht wusste, was es bedeutet. Aber, erklärte er nachher der „Salt Lake Tribune“, das sei ja gar nicht der Kündigungsgrund gewesen. Torklidson sei in seinem Blog „vom Thema abgekommen“ was die Sprachschüler verwirren hätte können. Aber der Chef gab gegenüber der Zeitung zu: „Leute, die Englisch auf diesem Niveau beherrschen, könnten den ‚homo‘-Anteil des Wortes sehen und denken, dass das etwas mit schwulem Sex zu tun hat“.

Für das Nomen Global Language Center wird die Kündigung von Torklidson zum Fiasko: Denn von der „Huffington Post“ bis zur „Washington Post“ griffen sämtliche Medien das Thema auf, sogar in Indien und Ghana. „Vor zwei Tagen war ich ein arbeitsloser Penner. Heute bin ich eine arbeitslose Berühmtheit“, kommentiert er in seinem Blog.