Christliche Aktivisten wollen vor ‚Porntrash‘ beten und demonstrieren

Das „Porntrash“ in der Wiener Säulenhalle ist eines der beliebtesten Schwulenclubbings in Österreich. Bei der nächsten Veranstaltung am 14. August könnte es allerdings unerwarteten Besuch geben.

Homo-Hasser lesen Homo-Webseiten

Denn die „Initiative Christliche Zukunft Österreich“ hat in einer E-Mail, die GGG.at vorliegt, angekündigt, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, gegen das Clubbing zu protestieren. Man habe aus „diversen Online-Medien“ von der Veranstaltung erfahren, heißt es dort – und fügt als Beweis unter anderem Links von gayboy.at und gaynet.at an. Die Erklärung, warum die christlichen Aktivisten schwule Internetseiten durchforsten, bleiben sie dem Leser aber schuldig

Man beobachte „schon viele Jahre das Milieu der Homosexuellen“ und wende sich „gegen Veranstaltungen, in denen bei jungen unschuldigen Menschen für gleichgeschlechtliche Unzucht geworben wird“, heißt es in der Ankündigung weiter.

Wollen „junge Menschen vor abartigem Lebensstil“ bewahren

Das Ziel der Aktivisten ist es, „junge Menschen vor einem abartigen Lebensstil“ zu bewahren. Und das „Porntrash“ bringt offenbar das Blut der Aktivisten, die „bereits sehr abgebrüht sind und die vielen Widerlichkeiten, die uns bei den Recherchen begegnen, mit Gottes Hilfe ertragen“ in Wallung.

Denn ein Besuch des „Porntrash“ in der Säulenhalle, das gerade bei jungen Männern unter 25 aus ganz Österreich sehr beliebt ist, wäre „eine direkte Eintrittskarte zur Verdammnis“, ist sich die bis jetzt noch nicht in Erscheinung getretene „Initiative Christliche Zukunft Österreich“ sicher. Denn: „Hier wird bewusst versucht, gesunde Jugendliche zur Homosexualität zu verführen und ihnen damit die Chance zu nehmen, an der Seite Gottes in das ewige Himmelsreich einzuziehen“, so die Aktivisten.

Aktivisten wollen mit Bet-Demo „Homo-Propaganda“ stoppen

Dem entsprechend fordern sie „diesen Homo-Propaganda-Wahnsinn zu stoppen“ – und beten „für die Seelen der jungen Menschen, die diesen abartigen Verführern zum Opfer fallen“.

Die „Initiative Christliche Zukunft Österreich“ beendet ihre Mail mit einem Ultimatum: Sollte das Porntrash am 14. August tatsächlich stattfinden, „so werden wir alle unsere österreichischen Unterstützergruppen zu einer christlichen Mahnwache mit breiter Medienbegleitung vor dem Lokal aufrufen und im stillen Gebet für die Seelen der Besucher beten“.

Porntrash: Gratis-Drinks für Demonstranten

Die Veranstalter des „Porntrash“ sehen dieser Demonstration „mit einer Mischung aus Humor und Gelassenheit entgegen“. Sie denken nicht daran, die Veranstaltung abzusagen. Michi Satek, gemeinsam mit Anton Kindshofer und Gerald van der Hint Teil des Veranstalter-Trios, macht der „Initiative Christliche Zukunft Österreich“ sogar ein großzügiges Angebot: „Wir würden gerne zehn Vertreter der niedlichen Fundamental-Demonstranten zum Besuch von Porntrash einladen – selbstverständlich mit VIP-Gästeliste und XXL-Getränken inklusive“ – denn „wer weiß, vielleicht sehen sie das Leben am Morgen danach dann nicht mehr ganz so grau. Es ist nie zu spät, vernünftig zu werden.“