Fünf Jahre Haft für ‚Occupy Pedophilyaj‘-Gründer

Gute Nachrichten kommen aus Russland: Maxim Martsinkewisch, der Gründer der „Occupy Pedophilyaj“-Bewegung wurde am Freitag in Moskau wegen Volksverhetzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Mit seiner Gruppe hat er Jagd auf Schwule gemacht und sie öffentlich über das Internet gedemütigt. Martsinkewisch will berufen, das Urteil ist deshalb noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt fordert Höchststrafe

Das Gericht folgt damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Fünf Jahre Haft sind die Höchststrafe für „Anstiftung zu Hass, Feindschaft oder Erniedrigung der Menschenwürde“, wie das Delikt im russischen Recht heißt. Wegen des gleichen Delikts saß der ehemalige Leiter der rechtsextremen Kampfgruppe „Format 18“ bereits im Jahr 2007 für dreieinhalb Jahre hinter Gittern. In wieweit auch die homophoben Äußerungen und Handlungen von Martsinkewisch in dem Urteil berücksichtigt wurden, ist unklar und wird von lokalen Medien nicht erwähnt.

Die von ihm gegründete Gruppe „Occupy Pedophilyaj“ hatte in Russland und weiteren Staaten des ehemaligen Ostblocks schwule Männer zu einem Date gelockt und sie dann per Video bloßgestellt. Sie mussten sich beispielsweise vor Verwandten telefonisch outen oder mussten sich mit Urin übergießen lassen.

In Kuba gefasst

Nachdem die russischen Behörden im letzten Jahr Ermittlungen gegen Martsinkewisch aufgenommen hatten, flüchtete der Neonazi. Aufgrund eines internationalen Haftbefehls wurde er am 17. Jänner in der kubanischen Hauptstadt Havanna festgenommen und nach Russland ausgeliefert.

Russische Behörden greifen durch

Auch gegen andere Mitglieder der „Occupy Pedophilyaj“-Bewegung gehen russische Behörden scharf vor: Die Staatsanwaltschaft von Kamensk-Uralski hat vor wenigen Tagen bekanntgegeben, Anklage gegen neun Männer der regionalen Gruppe von „Occupy Pedophila“ zu erheben. Offenbar möchten auch einige Opfer der rechtsextremen Homo-Hasser aussagen.

Diese Gruppe war besonders gewalttätig: Auf ihren Videos ist zu sehen, wie sie ihre Opfer mit Schlägen und Tritten quälen, mit Farbe übergießen und mit Dildos posieren lassen. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun Anklage wegen Bildung einer extremistischen Gruppe, Körperverletzung, Morddrohung und Raub. Weiters wurden bei Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Gruppe zahlreiche Waffen gefunden.