Polen bekommt seine erste Notunterkunft für Lesben, Schwule und Transgender

In Warschau soll die erste polnische Notunterkunft für Lesben, Schwule und Transgender entstehen, die Opfer von Gewalttaten wurden. Das berichtet die „taz“. Das Geld dafür kommt unter anderem von einer konservativen Stiftung.

Getragen soll die Notunterkunft von den beiden Stiftungen Lambda und Trans-Fuzja werden. Diese bieten heute schon rechtliche und psychologische Beratung an. Doch oft reicht das nicht: Gewaltopfern aus homosexuellen oder transgender Beziehungen wird immer wieder die Aufnahme in Frauenhäuser und Obdachlosenasylen verweigert.

Die beiden Stiftungen haben bereits etwa 11.000 Euro an Spenden für das Projekt gesammelt. Der größte Teil des Gelds, fast 100.000 Euro, kommen von der eher konservativen Stephan-Báthory-Stiftung. Diese wurde im Mai 1988 vom US-amerikanischen Fondsmanager George Soros und polnischen Oppositionellen als erste private Stiftung des Landes gegründet. Die Stiftung hilft „Organisationen, die zugunsten des Wohls der Gesellschaft wirken“. In den Gremien sitzen vor allem Vertreter des liberal-konservativen Spektrums.

„Ohne den Zuschuss wären wir kaum in den Lage, unser Hilfsprojekt auch in die Tat umzusetzen“, erklärt die Lambda-Sprecherin Yga Kostrzewa. Der nächste Schritt: Die Suche nach einem geeigneten Haus oder Wohnungen. Dann muss die Immobilie renoviert und adaptiert werden, und die Genehmigungen müssen eingeholt werden. Die Finanzierung für das Projekt sollte eineinhalb Jahre im Voraus gesichert sein, so das Ziel der Organisatoren.

Insgesamt zwölf Personen sollen in dem Haus oder den Wohnungen Schutz finden, für maximal drei Monate. Starten soll das Projekt Anfang 2015. Der genaue Ort soll geheim bleiben, um die Opfer zu schützen und ihnen so viel Sicherheit und Ruhe wie möglich zu gewährleisten.