Samstag, 22. Juni 2024
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Mädchen findet Hefepilz, der für Aids-Erkrankte tödlich sein kann

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Forschern ist es gelungen, einen Hefepilz nachzuweisen, der HIV- und Aids-Patienten in Südkalifornien seit Jahrzehnten das Leben schwer macht. Die Basis für die Entdeckung lieferte das Wissenschaftsprojekt einer 13-Jährigen.

Sie hat 109 Proben von mehr als 30 Baumarten gezogen, die darauf lebenden Pilze gezüchtet und an Deborah J. Springer von der Duke University School of Medicine geschickt. Diese hat bei ihrer Untersuchung festgestellt: Auf bestimmten Bäumen fühlt sich der Cryptococcus gattii sehr wohl. Kryptokokken können auch bei gesunden Menschen lebensbedrohliche Lungen- und Gehirninfektionen verursachen und sind für ein Drittel der Aids-Toten verantwortlich.

Der Hefepilz lebt auf Bäumen, die Sporen werden über die Luft eingeatmet. Bis jetzt dachte man, Wirtspflanzen seien nur Eukalyptus-Bäume. Doch das konnte die 13-Jährige mit ihrem Wissenschaftsprojekt widerlegen. Sie fand Pilzsporen auf einer kanarischen Pinie, einem Amberbaum und einem Exemplar des Pohutukawa, einem in San Francisco sehr beliebten Straßen- und Grünanlagenbaum. Die Proben auf ihren Bäumen waren genetisch von denen der Patienten fast nicht zu unterscheiden.

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Nun ist auch klar, warum es in Südkalifornien Infektionen mit dem Cryptococcus gattii gibt. „So wie wir Leuten, die nach Südamerika reisen, raten, beim Trinkwasser vorsichtig zu sein, müssen Leute, die Gebiete wie Kalifornien, den Nordwesten oder Oregon besuchen, sich klar sein, dass es ein Risiko für eine Pilzinfektion gibt, besonders, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist“, so die Bilanz von Springer.

Für das Sammeln von Pilzsporen ist die 13-Jährige übrigens vorbelastet: Es handelt sich um die Tochter von Scott Filler, einem Spezialisten für Infektionskrankheiten an der University of California in Los Angeles.