Zur ‚Heilung‘: Lehrer vergewaltigt Schüler drei Jahre lang

Im US-Bundesstaat Mississippi hat ein heute 32-Jähriger seine ehemalige Schule angezeigt. Er behauptet, ein Lehrer habe ihn drei Jahre lang vergewaltigt – um ihn von seiner Homosexualität zu „heilen“. Das berichtet die schwul-lesbische Zeitung „Washington Blade“. Heute arbeitet der Lehrer als Pfarrer.

Die Geschichte von Jeff White klingt unglaublich: Er hat sich im Jahr 1996, in der dritten Klasse Mittelschule, vor seinen christlich-konservativen Eltern als schwul geoutet. Diese fragten die Bethel Baptist School im kleinen Örtchen Walls um Rat, und dort empfahl man wöchentliche Beratungsgespräche mit dem beschuldigten Lehrer.

Doch dieser hatte seine eigene Art der „Therapie“: Jeden Mittwoch zwang er ihn – entweder in seinem Büro oder sogar im Klassenzimmer – zu Oral- und Analverkehr. „Er hat mich vergewaltigt, weil ich schwul war, und gesagt, so würde ich lernen, Männer zu hassen und mich zu verändern“, erinnert sich White im Gespräch mit der „Washington Blade“. Die sexuellen Übergriffe dauerten bis 1999.

Jeff White ist heute ein engagierter Schwulenaktivist beim Mississippi Gulf Coast Rainbow Center, dem ersten LGBT-Zentrum des Bundesstaates. Mit der Klage will er jene Übeltaten, „die so leicht in der Kirche versteckt werden können“ an die Öffentlichkeit bringen. Seine Klage haben Bürgerrechtsanwälte zum Nulltarif übernommen. „Niemand sonst sollte das durchmachen, was ich durchgemacht habe“, wünscht sich White.

Die Schulleitung der Bethel Baptist School weist die Vorwürfe zurück. Eine Frau, die dem „Washington Blade“ am Telefon antwortete, nannte sie „die größte Lüge, die je existiert hat“. Eine offizielle Stellungnahme von Kirchenvertretern gibt es nicht. Die 1971 gegründete Schule kassiert pro Schüler übrigens rund 4.000 Dollar Schulgeld.