Michael Sam: Frühes Ende der NFL-Profikarriere?

Michael Sam wird in der kommenden Saison nicht mit den St. Louis Rams in der NFL spielen. Das Team hat sich bei der Entscheidung für die endgültige Mannschaft der kommenden Saison gegen den ersten offen schwulen Profi-Footballer entschieden.

Denn zu Beginn der Saison wurde der Kader von 75 auf 53 Spieler reduziert. Michael Sam war knapp nicht darunter. Football-Kommentatoren in den USA gehen davon aus, dass diese Entscheidung nur nach sportlichen Kriterien gefallen ist. In der letzten Saison war Sam der beste Defensivspieler der Southeastern Conference in der US-College Liga.

Gegenseitiges Lob nach der Entscheidung

Beide Seiten verhielten sich nach der Entscheidung professionell und lobten den jeweils anderen Part. „Die lohnenswerte Dinge im Leben bekommt man selten einfach. Das ist eine Lektion, die ich schon lange kenne. Die Reise geht weiter.“, schrieb Michael Sam einer Stunde nach der Entscheidung auf Twitter. Er danke den Rams und der Stadt St. Louis. Sam schrieb weiter, er freue sich auf eine lange und erfolgreiche Karriere.

Und auch Trainer Jeff Fisher lobte Michael Sam: „Es geht ihm nicht darum, Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagt er über den 24-jährigen Defensive End. Und fügt hinzu: „Er hat sich zurückgehalten und gearbeitet und mehr kann man von einem Spieler unter diesen Umständen nicht erwarten.“

Nun wird es eng für Michael Sam

Nun hätte Michael Sam noch zwei Möglichkeiten, diese Saison doch noch bei der NFL zu spielen: Entweder interessiert sich bis heute Nachmittag noch ein anderes Team für ihn, oder er spielt in einer „Practice Squad“ – ein Team, bei dem die Athleten mit der Mannschaft trainieren, aber nicht spielen.

Zunächst hieß es, dass Michael Sam in der zehnköpfigen „Practice Squad“ der St. Louis Rams weiterspielen könnte. Doch aktuellen Berichten zufolge scheint das unwahrscheinlich – obwohl Trainer Jeff Fisher von Sam überzeugt ist. Denn bei der Mannschaft gibt es bereits fünf Defensive Ends, andere Positionen werden dringender benötigt.

Wird Sam ein Opfer von Homophobie in der NFL?

Scheitert bis heute Abend die Berufung von Michael Sam in ein Team oder eine „Practice Squad“ in den nächsten Tagen, kann er nur privat weitertrainieren, um im Fall eines Falles für eine Mannschaft, die ihn braucht, bereit zu sein. Eine weitere Alternative wäre, dass Sam in die kanadische Football-Liga wechselt, um wenigstens in Übung zu bleiben.

Und auch, wenn die Entscheidung der St. Louis Rams, Michael Sam nicht zu verpflichten, eine rein sportliche war – dass ihn auch alle anderen 31 NFL-Vereine links liegen lassen, dürfte auch mit Homophobie zu tun haben.

Michael Sam schreibt trotz allem Geschichte

Wie auch immer es in dieser Saison weitergeht – Michael Sam hat bereits Football-Geschichte geschrieben. Nachdem ihn die St. Louis Rams im Mai gedraftet haben, gilt er als erster offen schwuler NFL-Profi.

Und außerhalb des Spielfelds war er ebenfalls erfolgreich: Sein Trikot gehört zu jenen, die sich am besten verkaufen. Beim „One Direction“-Konzert in St. Louis trug auch Band-Mitglied Harry Styles das Oberteil von Michael Sam. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Erfolgssträhne auch auf dem Spielfeld fortsetzt.