‚Grindr‘ reagiert auf massive Sicherheitslücke

Die bekannte Dating-App „Grindr“ reagiert auf die Veröffentlichung einer Sicherheits-Lücke, mit der ein Hacker die Position der User bis auf den Raum genau feststellen konnte. Ab sofort ist die Funktion, sich die Entfernung eines Users anzeigen lassen zu können, deaktiviert.

Zunächst hatte Grindr bestritten, dass es sich um eine Sicherheitslücke handelt. Der Hacker habe lediglich reguläre Funktionen benutzt, auf die die Dating-App stolz sei. Diese seien aber mit etwas technischem Wissen für jeden abrufbar und nicht besonders gesichert, kritisierte der Unbekannte. Er täuschte vor, aus drei verschiedenen Locations auf die Grindr-Datenbank zuzugreifen. Damit lässt sich der Ort genau bestimmen.

Das mag für die meisten Grindr-User unangenehm sein – für einige kann es lebensgefährlich sein. Immerhin gibt es sogar in der iranischen Hauptstadt Teheran etwa 50 Grindr-User. Diese waren – auch für die Behörden – über das ungesicherte System auf den Meter genau zu orten. Homosexualität wird im Iran unter Umständen mit der Todesstrafe geahndet. Ein ägyptischer Blogger berichtet außerdem, dass die Regierung mit Hilfe von Dating-Apps wie Grindr ebenfalls Jagd auf Schwule macht.

Nun hat Grindr reagiert. Die genaue Entfernung zu einem User ist jetzt nicht mehr aus den Daten herauszulesen. Es scheint, als wäre Grindr das Risiko für seine User nun bewusst geworden.