Grindr-Sicherheitslücke doch nicht geschlossen

Entgegen ersten Informationen hat die Dating-Plattform „Grindr“ die Sicherheitslücke, die eine Ortung ihrer User bis auf den Meter genau ermöglicht, doch nicht vollständig geschlossen: Den Hackern ist es gelungen, die Adaptierungen der App zu umgehen.

Auf der Karte, auf der die Positionen der einzelnen „Grindr“-User zu sehen sind, ist nun zu lesen: „Oh, sie haben versagt. Es stimmt, sie haben die Information über die Entfernung für nicht-registrierte User deaktiviert. Aber wenn man einmal einen Account hat, kann man mehrere Anfragen stellen und das Spiel geht weiter.“ Und der Hacker macht klar: „Grindr setzt User in einigen Ländern noch immer einem hohen Risiko aus!“ Denn ob Brunei, Teheran oder Uganda – überall dort, wo Schwule verfolgt werden, zeigt die „GrindrMap“ munter nach wie vor alle Profile punktgenau an. Für Sicherheitsbehörden war es also über Jahre ein Leichtes, selbst eine ähnliche Software zu programmieren und so Schwule zu finden, wenn sie Grindr benutzt haben.

Insgesamt hat die „GrindrMap“ in den wenigen Tagen, die sie online ist, bereits 2,6 Millionen Mal User in 131 Ländern geortet – insgesamt mehr als 630.000. Das ist mehr als jeder Zehnte, der Grindr pro Monat aktiv benutzt. In Österreich sind mehr als 2.800 User betroffen, in Deutschland fast 30.000 User und in der Schweiz immerhin fast 9.000 Grindr-Accounts.

Den Informationen der Hacker zufolge war Grindr über das Sicherheitsproblem schon seit Längerem informiert. Die beliebte schwule Dating-App bleibt aber auf dem Standpunkt, dass es sich nicht um einen Hack handelt, sondern lediglich reguläre Funktionen genutzt wurden – was die Sache nicht unbedingt vertrauenswürdiger macht.