Russische Schwulenaktivisten verprügelt und mit brennbarer Flüssigkeit übergossen

Erneut wurde der russische Lesben- und Schwulenaktivist Nikolai Aleksejew Opfer eines homophoben Anschlages. Der Organisator der Moscow Pride selbst vermutet hinter dem Anschlag in der russischen Stadt Kostroma die Stadtverwaltung.

Es war Montag in der Früh, als Aleksejew und sein Mitstreiter Kirill Nepomnjaschisch am Bahnhof von Kostroma ankamen. Sie waren auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung über die Rechtmäßigkeit von schwul-lesbischen Demos in der Stadt, als sie noch am Bahnhof von zwei maskierten Männern überfallen wurden.

Die beiden Unbekannten attackierten die schwul-lesbischen Aktivisten mit Schlägen und Tritten. Aleksejew wurde außerdem noch mit einer grünen brennbaren Flüssigkeit übergossen. Dabei wurde nach Angaben des Aktivisten auch sein Auge in Mitleidenschaft gezogen, die Flüssigkeit hinterließ auch dunkle Flecken auf der Haut. Die Polizei nahm den Vorfall auf.

Aleksejew beschuldigt die Stadtverwaltung von Kostroma, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Sonst habe, so der Aktivist, niemand von der Ankunft der beide Männer gewusst. Es ist nicht das erste Mal, dass der Pride-Veranstalter in der Stadt angegriffen wurde. Bereits im letzten Jahr hat ihm ein Unbekannter auf dem Bahnhof mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Vor Gericht bekamen die beiden Aktivisten dann eine kleine moralische Entschädigung: Es entschied in zweiter Instanz, dass die Verbote der Stadt, LGBT-Demonstrationen in Kostroma abzuhalten, rechtswidrig waren.