Michael Sam geht zu den Dallas Cowboys

In letzter Minute hat der erste offen schwule Profi-Footballer Michael Sam doch noch einen Verein gefunden, bei dem er bleiben kann. Der 24-jährige ist ab sofort bei den Dallas Cowboys in der Practice Squad.

Dabei handelt es sich um ein Team, das zwar mit den Profis trainiert, aber nicht spielen darf. Für Michael Sam heißt das, dass sein Fuß in der Tür der NFL bleibt. Die St. Louis Rams, die ihn zuvor ausgewählt haben, haben den Defensive End nicht in die finale Mannschaft aufgenommen.

Auf Twitter zeigt sich Michael Sam dankbar dafür, dass die Cowboys und die Stadt Dallas seinen Traum am Leben erhalten haben. „Als Kind, das in Texas aufgewachsen ist, habe ich die Dallas Cowboys immer geliebt, zu dieser unglaubliche Organisation zu kommen ist wirklich ein Traum, der wahr geworden ist.“ Er werde „extrem hart daran arbeiten, die sechste Super Bowl Trophäe nach Dallas zu bringen“, verspricht Michael Sam.

Bei den Dallas Cowboys trägt Sam die Nummer 46. Und auch das hat eine tiefere Bedeutung: 1946 war das Jahr, in dem die ersten schwarzen NFL-Spieler verpflichtet wurden – ausgerechnet von den St. Louis Rams, die Michael Sam jetzt aussortiert haben.

Mit der Verpflichtung von Sam haben die Dallas Cowboys auch die NFL vor einem PR-Fiasko bewahrt. Sam, der als einer der besten College-Spieler seines Jahrgangs zählt, hatte sich kurz vor dem Sprung in den Profi-Football geoutet. Ihn nun links liegen zu lassen, hätte eine breite Diskussion über Homophobie in der NFL bedeutet.