Erste Eingetragene Partnerschaft in Kroatien geschlossen

In Kroatien ist die erste Eingetragene Partnerschaft geschlossen worden. Der Balkan-Staat hat diese Möglichkeit für schwule und lesbische Paare mit 1. September geschaffen.

Der Name des männlichen Paares bleibt ungenannt, die Zeremonie fand im kleinen Kreis in der Hauptstadt Zagreb statt. Unter den Gästen war auch der zuständige Minister Arsen Bauk. Nach der Zeremonie twisteten Lesben- und Schwulenaktivisten Teile der Dokumente.

Für Marko Jurcic von „Zagreb Pride“ war die erste Verpartnerung ein „wichtiger Schritt nach vorne“. Er meinte, in Zagreb wurde damit Geschichte geschrieben. Daniel Martinovic, Sprecher der Gruppe, erklärte, warum die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule in Kroatien so wichtig ist: „Sie gibt Paaren eine rechtliche Anerkennung, alle wichtigen Rechte und ist in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Zusätzlich würden wir auch Eingetragene Partnerschaften auch für heterosexuelle Paare ermöglichen, um diese ‚Trennung‘ zu beenden.“

Die Eingetragene Partnerschaft in Kroatien bietet schwulen und lesbischen Paaren fast alle Rechte eines Ehepaares mit Ausnahme der Adoption. Auch ist die Anerkennung im Ausland vom Gastgeberland abhängig.

Diese großzügige Regelung ist auch eine Reaktion der Mitte-Links-Regierung auf eine beispiellose Kampagne der römisch-katholischen Kirche. Diese hatte vor der Öffnung der Ehe, die nie zur Debatte stand, gewarnt. Mit einer Unterschriftenaktion wurde eine Volksabstimmung erzwungen, in der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in Verfassungsrang kommen sollte. Dieses Referendum wurde mit 65 Prozent Ja-Stimmen angenommen.